Mein Merkzettel: Virtuelle Maschine in openSUSE einrichten

Getestet mit openSUSE Leap 42.3 und openSUSE Tumbleweed
Host System: Linux
Gast-System Linux

Ich beschreibe den Weg mit Tumbleweed als Host und Leap als Gast.

  • Yast starten
  • Administrator-Passwort eingeben
  • Auf „Virtualisierung“ klicken
  • Auf „Hypervisor and Tools installieren“ klicken
  • KVM-Server auswählen (damit wird die Virtualisierung so richtig flott)
  • Übernehmen
  • Yast ausschalten
  • Reboot

Damit sind die Grundlagen geschaffen und es kann eine virtuelle Maschine erstellt werden. Dazu ein ISO-file des Betreibssystems bereithalten, das als Gast laufen soll. Ich hab zum Beispiel das ISO-File für Leap 42.3 auf der Festplatte gespeichert.

  • Yast starten
  • Administrator-Passwort eingeben
  • Auf „Virtualisierung“ klicken
  • Auf „Create Virtual Machines for Xen and KVM“ klicken (Diesen Menüpunkt gab es vorhin noch nicht…)
  • „Lokales Installationsmedium“ anwählen (Ich habe das ISO-file auf der Festplatte)
  • Die ISO-Datei suchen und markieren
  • Auf „Datenträger auswählen“ klicken
  • Auf „Vor“ klicken
  • Arbeitsspeicher (RAM) und Anzahl der CPUs für die virtuelle Maschine festlegen
  • Auf „Vor“ klicken
  • Festplatenspeicher für die virtuelle Maschine festlegen
  • Auf „Vor“ klicken
  • Auf „Fertig“ klicken

Das Gast-Betriebssystem (Hier Leap 42.3) wird installiert

Ich habe festgestellt, daß es von Vorteil ist, ein Gastsystem sozusagen als Mustersystem einzurichten, auf dem danach nichts mehr gemacht wird. Es dienst dann nur noch als funktionierendes Muster für Clones. Also:

  • Gastsystem nach eigenem Ermessen so einrichten, daß es als Muster dienen kann
  • Gastsystem herunterfahren
  • Virtelle Maschinenverwaltung ausschalten

Nun ist es so, daß in openSUSE zur Zeit diese virtuelle Maschinenverwaltung nicht im Anwendungsmenü zu finden ist. Um die VM nicht andauernd suchen zu müssen, nehme ich sie in die Favoriten auf:

  • Links unten auf dem Desktop das Anwendungsmenu öffnen
  • Ins Suchfeld „V“ eingeben
  • Es erscheint eine Liste, in der auch die virtuelle Maschinenverwaltung erscheint
  • Rechtsklick auf die virtuelle Maschinenverwaltung
  • Zu Favoriten hinzufügen
  • Reboot

Nun können wir uns einen Arbeitsclon als Gastsystem einrichten

  • Virtuelle Maschinenverwaltung starten
  • Doppelklick auf „QEMU/KVM – Nicht verbunden“
  • Administrator-Passwort eingeben
  • Unser Mustersystem auswählen
  • Rechtklick drauf
  • Clonen
  • Namen für den Clon eingeben
  • Machen lassen

Auf diesem Clon können wir nun arbeiten. Passiert etwas, kann er mit Hilfe der virtuellen Maschinenverwaltung leicht gelöscht und durch einen neuen Clon ersetzt werden.

Fehlt noch etwas? Na klar!

Wir brauchen noch einen gemeinsamen Ordner, mit dem Daten zwischen Host und Gast geteilt werden können. Ein solcher gemeinsamer Ordnen ist ganz praktisch, da man sich damit den Umweg über USB-Sticks bzw. DVDs ersparen kann.

Die virtuelle Maschinenverwaltung sollte vom Clonen vorhin noch eingeschaltet sein. Wenn nicht, müssen wir sie wieder einschalten, um nun dem Gast mitzuteilen, daß wir ihm einen Ordner spendieren wollen, den er mit dem Host teilen kann:

Im Host: Ordner festlegen bzw. erzeugen, der zum Datenaustausch 
dienen soll (z-B.: ~/shared_folder)
  • Doppelklick auf den Arbeits-Clon
  • Menü – Anzeigen – Details
  • Gerät hinzufügen – Dateisystem
  • Auswählen bzw. eingeben:
  • Treiber: Path
  • Modus: Passthrough
  • Quellpfad: ~/shared_folder (mein Datentauschordner im Host)
  • Zielpfad: irgendwas (dient nur als tag, hat mit einem Zielpfad als eigentlich nichts zu tun)
  • Auf „Fertig“ klicken
  • Gast hochfahren (unser Arbeits-Clon)
  • Im Gast: Konsole öffnen (Vorsicht! Nicht versehentlich die Konsole vom Host verwenden!)
  • Datentauschordner mounten

Das Einbinden des Datentauschordners in das Gastsystem wird mounten genannt. Der allgemeine Befehl dafür lautet:

sudo mount -t 9p -o trans=virtio,version=9p2000.L,rw TAG /MOUNT_POINT

Dabei steht:

  • sudo:                        Ausführen des Befehls mit Administrator-Rechten
  • TAG:                          Unser TAG, den wir vorhin „irgendwas“ genannt
    haben  (Ein Zielpfad, der gar kein Zielpfad ist)
  • /MOUNT_POINT:    Ordner im Gast, in dem die getauschten Dateien erscheinen
    werden (heißt bei mir: „shared“)
  • Der mount-Befehl lautet also ausgeschrieben so:
sudo mount -t 9p -o trans=virtio,version=9p2000.L,rw irgendwas ~/shared
  • Administrator-Passwort eingeben und gut isses.

Jedesmal, wenn wir das Gastsystem hochgefahren haben, müssen wir auch den Datentauschordner neu mounten, wenn wir ihn denn verwenden wollen. Beim Herunterfahren wird diese Mount-Verbindung nämlich getrennt und beim nächsten Hochfahren nicht wieder automatisch erzeugt.

ist ein bißchen wie beim Telefonieren. Einmal den Hörer aufgelegt und die Verbindung ist unterbrochen. Da hilft es dann auch nichts, den Hörer wieder abzuheben und bittend anzusehen. Weg ist weg. Man muß sich die Mühe machen und neu wählen.

Linux ist aber schlau. Es bietet eine Möglichkeit, dieses Mounten zu automatisieren. Dazu muß lediglich die Datei „/etc/fstab“ im Gastsystem editiert werden.

Ich werde mich allerdings hüten, hier zu erzählen, wie und was man da eintragen muß. Ein kleiner Zahlendreher dort genügt nämlich, um den Gast aufzuhängen. Dann ist es Essig mit der Reparatur mit den graphischen Mitteln eines modernen Betriebssystems. Auf diese Hilfmittel hat man dann nämlich keinen Zugriff mehr. Es ist die gute alte Kommandozeile angezeigt, in die man aber erst einmal gelange muß…

Falls es aber in den Fingern juckt und man tatsächlich die /etc/fstab editiert, so rate ich dringend dazu, vorher ein backup dieser Datei anzulegen (z.B. /etc/fstab_backup). Damit wird im Fehlerfall das Reparieren etwas einfacher. Ein Umbennen von /etc/fstab_backup nach /etc/fstab ist nämlich wesentlich einfacher also eine Reparatur von /etc/fst mit VIM (vor allem, wenn man mit VIM vorher noch nie gearbeitet hat).

So, ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen. Wenn doch, werde ich es beim nächsten Anlegen einer virtuellen Maschine schon merken.

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