Ein Relikt des kalten Krieges?

Ihr erinnert euch doch bestimmt an die Spuren am Hinmmel. In diesem Artikel habe ich euch unter anderem einen Iridium-Flare vorgestellt, also einen Iridium Satelliten, der seine Helligkeit plötzlich um Größenklassen steigert.

Flare

„Schön“, dachte ich, als ich mir das Bild vorhin noch einmal ansah. „Ein Iridium-Flare! Nur, warum finde ich den Satellitendurchgang nicht in meinen Quellen?“ Ich beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die Satellitenbahn führt genau durch den Hauptstern im Sternbild Schwan (Deneb). Mal schauen, was zum Aufnahmezeitpunkt dort alles unterwegs war. Ich mußte nur beachten, daß die Uhr der Kamera um 2 Minuten falsch ging. Ich mußte also von der exif-Zeit 2 Minuten abziehen.

Und tatsächlich, da bewegte sich ein Satellit auf exakt der Bahn, die ich im im Foto dokumentiert hatte. Volltreffer!

Das, was ich ursprünglich für eine Reflektion von einem Iridium-Satelliten gehalten hatte, war die Reflektion von einem ganz anderen Satelliten mit dem Namen NOSS 2-1 (C).

Das Naval Ocean Surveillance System (NOSS) ist ein System amerikanischer Satelliten, die an Hand von elektromagnetischen Ausstrahlungen Schiffe orten und auf ihrer Bahn verfolgen können. Ein Relikt des kalten Krieges, so könnte man denken.

Die NOSS-Satelliten treten immer um Verbund auf. NOSS 2-1 (C), NOSS 2-1 (D) und NOSS 2-1 (E) sin ein solch zusammengehöriger Verbund. Die drei Satelliten dieses Verbundes wurden im Jahr 1990 in Cape Canaveral mit einer Titan-4-Rakete in den Orbit gebracht und umkreisen seitdem den blauen Planeten.

Ich konnte doch tatsächlich neben NOSS 2-1 (C) seinen Kumpan NOSS 2-1 (D) auf meinen Fotos identifizieren. Hier ein Stack der 10 Bilder, auf denen die beiden Satelliten zu sehen sind.

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Die Beschriftung der Satelliten war nun ein muß!

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Ich hab noch einige interessante Objekte in das Bild hineingemalt.

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Debeb im Sternbild Schwan, Wega im Sternbild Leier und Altair im Sternbild Adler bilden das sogenannte Sommerdreick. Unten im Bild sieht man die zum Sternbild Stier gehörenden Plejaden, die allgemein auch Siebengestirn genannt werden. Und etwas weiter oben kann man den verwaschenen Nebelfleck des Andromeda-Nebels erkennen. Da juckt es fast in den Fingern, das Fernglas auszupacken und hinauszugehen…

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