Neues von der Sternwarte: Bluetooth

Die Verbindung vom Laptop zur Teleskopmontierung habe ich per Bluetooth eingerichtet. Der Vorteil ist der Wegfall eines Kabels, das sich um die Montierung wickeln kann, wenn man nicht aufpasst. Der Nachteil: Bluetooth ist so eine Sache!!!

Aber mal von Anfang an:

Die Ansteuerung der AZ-EQ6 GT Montierung erfolgt in der Regel über den Handcontroller, der zum Lieferumfang der Montierung gehört. Möchte ich das Ganze nun, ohne den Handcontroller zu verwenden, über einen Computer steuern, so ist ein Schnittstellen-Adapter notwendig.

Ein solcher Schnittstellen-Adapter ist zum Beispiel ein EQDir-Adapter.

Der EQDir-Adapter wird an der AZ-EQ6 GT in die Buchse für den Handcontroller gestöpselt. Ich habe ihn mit Hilfe von Kabelbinder und einem Klebebock an der Montierung fixiert.

Den Adapter gibt es in verschiedenen Ausführungen. So kann man bei der einfachsten Lösung ein USB-Kabel zur Verbindung zwischen Computer und Adapter verwenden. Das ist aber nicht die Lösung, die mir vorschwebt. Ich möchte ja vom Kabel weg. Also verwende ich die Bluetooth-Version des Adapters.

Vorraussetzung für die kabellose Verbindung per Bluetooth ist natürlich ein Computer, der Bluetooth kann. Falls das nicht der Fall ist, hilft ein USB-Dongle, der in einen USB-Port des Computers gesteckt wird.

So weit – so gut! Nun geht es zur Einrichtung von Bluetooth. Und damit wird es interessant…

Der indi-eqmod-Treiber erwartet bei meinem Equipement eine Verbindung über eine serielle Schnittstelle des Computers. Nun, sofern man nicht ein Uralt-Gerät hat, wird eine solche serielle Schnittstelle nicht vorhanden sein. Dafür wird der Computer aber mit einigen USB-Buchsen ausgestattet sein. Und in einer dieser USB-Buchsen steckt unser Bluetooth-Dongle.

Fehlt immer noch die serielle Schnittstelle!

Wenn wir nicht hardwaremäßig eine serielle Schnittstelle haben, dann müssen wir wohl virtuell eine solche basteln. Und das ist mit den Bordmitteln eines modernen Linux-Betriebssystems durchaus möglich.

Das bedeutet aber nicht, daß wir einstöpseln, einrichten und es läuft. So einfach ist es nun auch wieder nicht. Wenigstens nicht bei meinem EQDir-Adapter, der sich intern HC-05 nennt.

Mir dem in KDE enthaltenen Bluetooth-Manager läßt sich alles prima einrichten. Wenigsten denken wir das. Wenn es aber ans Verbinden geht, so zeigt er uns den Vogel. Das Gerät wird zwar verbunden, gleich darauf wird die Verbindung aber wieder gelöst. Keine Lösung also für unser Problem.

Wie gut, daß es einen Bluetooth-Manager mit dem Namen blueman gibt. Also, installieren wir blueman:

sudo apt-get install blueman

Nun ist es so, daß in einem Standard-System ein Modem-Manager läuft. Und dieser Modem-Manager stört die Verbindung vom Computer zum EQDir-Adapter. Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal ein Modem am PC verwendet habe. Das muß Äonen her gewesen sein. Da kann ich also mit gutem Gewissen drauf verzichten.

Also, Modem-Manager deinstallieren und damit die Verbindungsprobleme beseitigen:

sudo apt-get purge modemmanager

Bevor wir nun die Bluetooth-Verbindung über eine virtuelle Schnittstelle einrichten, wollen wir den Computer herunterfahren. Danach stöpseln wir das ganze Bluetooth-Gelumpe an, schalten die Montierung ein, damit der EQDir-Adapter mit Strom versorgt wird und starten den Computer neu.

Unten in der Kontrollleiste wird nun das Symbol für das Blueman-Applet erscheinen und daneben das Symbol des KDE-eigenen Bluetooth-Managers.

Jetzt geht es aber endgültig an das Einrichten der Bluetooth-Verbindung:

  • Linksklick auf das Bluetooth-Applet
  • Geräte – Suche
  • HC-05 markieren – Einrichten
  • Pair device – Next
  • Kopplungsprozess läuft…
  • Passwort eingeben: 1234
  • Falls die Passwort-Abfrage nicht sichtbar ist:
  • Fenster mit dem Kopplungsprozess verschieben, dahinter versteckt sich die Passwort-Abfrage
  • Verbinde mit Serial Port – Next
  • Das Gerät wird verbunden
  • Close

Damit steht die Verbindung zu unserer virtuellen seriellen Schnittstelle. Unten rechts war kurz ein Benachrichtigungsfenster mit dem Namen der virtuellen Schnittstelle sichtbar. Wir werden aber kaum so schnell geschaut haben, daß wir Inhalt des Feldes haben realisieren können. Schauen wir also nach, wie die Schnittstelle nun tatsächlich heißt. Denn diesen Namen werden wir später brauchen, wenn wir den indi-eqmod Treiber einrichten:

  • Blueman-Applet
  • Geräte
  • Rechtsklick auf HC05

Dort finden wir einen Eintrag:

  • Serielle Schnittstelle rfcomm0

Wie bereits erwähnt merken wir uns „rfcomm0“, wir brauchen den Namen später noch. (Kann auch rfcomm1 sein oder rfcomm2 oder…)

Wenn wir  den Computer am Ende einer Beobachtungsnacht herunterfahren, wird damit auch die Verbindung zu unserer virtuellen seriellen Schnittstelle getrennt.

Eine neue Beobachtungsnacht ist angebrochen und wir schalten den Astro-Computer ein. Bluetooth existiert noch, nur die Verbindung zum HC-05 bleibt getrennt. Was tun?

Nun, auf der Website von libindi gibt es im Abschnitt Devices – EQmod eine Anweisung, wie man die Verbindung beim Systemstart automatisch etablieren kann. Ich hab das und noch einige andere Möglichkeiten ausprobiert, leider ohne Erfolg. Da muß ich dann wohl selber Hand anlegen…

Wenn wir den Computer einschalten, so werden wir rechts unten das Blueman-Applet erkennen:

  • Linksklick auf das Applet
  • Zuletzt benutzte Verbindungen
  • Serial Port auf HC-05

Damit steht die Bluetooth-Verbindung zur Montierung

Nun kann es sein, daß bei den zuletzt benutzten Verbindungen nichts angewählt werden kann. In einem solchen Fall gehen wir so vor:

  • Linksklick auf das Blueman-Applet
  • Geräte
  • Linksklick auf HC-05
  • Verbinden mit Serial Port

Ab und zu kann es passieren, daß das Bluetooth-Applet nicht sichtbar ist. Das Symbol mit dem KDE-eigenen Bluetooth-Manager ist zwar vorhanden, damit können wir aber nichts anfangen. Denn, wie bereits erwähnt, trennt er eine eben etablierte Verbindung gleich wieder. In einem solchen Fall starten wir Blueman von Hand:

  • Links unten: KDE-Anwendungsstarter
  • Anwendung – Einstellungen – Blueman Bluetooth Manager

Und weiter gehts, wie es uns inzwischen zur Genüge bekannt ist.

Damit erlaube ich mir noch ein Schlußwort:

Sollte der Computer behaupten, euer HC-05 Adapter heißt HC-06, dann glaubt es ihm. Dann werden ihr einen anderen EQAdapter haben als ich. Der Weg zum einer erfolgreichen Beobachtungsnacht wird aber der gleiche sein.

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