Neues von der Sternwarte: astrometry.net

Und nun wird es richtig interessant. Denn nun kommen wir zu astrometry.net.

Stellen wir uns einmal vor, wir haben mit größerer Brennweite ein Bild vom Sternenhimmel aufgenommen und wissen nun nicht mehr, welchen Teil des Sternenhimmels unser Foto zeigt.

Was tun, um herauszufinden, welche Sterne wir da auf der virtuellen Fotoplatte unserer Kamera verewigt haben?

Nun, wir können Stellarium anwerfen und schauen, ob wir den richtigen Ausschnitt finden. Das kann sehr zeitraubend, wenn nicht gar undurchführbar sein. Oft muß hier ein Zufall helfen, um das Bild aufzulösen.

Wir können aber auch versuchen, das Bild mit der Hilfe des Kalibrierservices astrometry.net aufzulösen und damit herauszufinden, was wir auf dem Bild wirklich sehen.

astrometry.net ist ein astrometischer Kalibrierservice. Wir können das Bild dort hochladen. Als Ergebnis bekommen wir nach einiger Zeit ein Bild, in dem benannte Objekte (Sterne oder deepsky-Objekte) benannt sind. Auch die Sternbildlinien sind eingezeichnet.

Schöne Sache das, oder? Allerdings benötigt man dafür eine Internetverbindung, was im Gelände in der Regel ein Wunschtraum ist.

Wir können diese Kalibrierung aber auch lokal auf unserem Computer durchführen lassen. Dazu müssen wir uns nur astrometry.net installieren:

sudo apt-get install astrometry.net

Damit erhalten eine Menge Tools, zum Beispiel einen Solver, um die Bildinhalte aufzulösen, oder einen Plotter für die Sternbildlinien oder noch vieles andere mehr.

Allerdings benötigen wir nun auf unserem Computer die index-files mit den Astrometrie-Daten. Anhand dieser index-files wird unser Bild dann aufgelöst.

Wir können die index-Files über die Website von astrometry.net downloaden. Ich stelle hier mit Absicht keine Links zur Verfügung, da ich die Aktualität dieser Links nicht pflegen kann. Ein euch angenehmes Suchprogramm sei hier euer Freund.

Die Index-files müssen wir in diesem Ordner abspeichern:

/usr/share/astrometry

Nun gibt es ein kleines Problem. Kubuntu ist bei der Rechteverwaltung anscheinend etwas restriktiver als Ubuntu oder openSUSE. Da ist es gar nicht so einfach, etwas in einem Ordner abzuspeichern, wenn für den schreibenden Zugriff auf diesen Ordner administrative Rechte vonnöten sind. Und für /usr sind root-Recht notwendig!

In openSUSE zum Beispiel kann ich den Dateimanager Dolphin mit root-Rechten öffnen und dann damit praktisch alles tum, was ich will. Ist zwar nicht ganz ungefährlich, funktioniert aber. So bekomme ich die index-files auf einfache Art und Weise in den gewünschten Ordner.

Da das mit neueren Versionen von Kubuntu so nicht funktioniert, bemühe ich die Kommandozeile dafür. Zuerst müssen wir die Index-files aber erstmal irgendwo in unserem Heimatverzeichnis haben.

Dazu erstellen wir einen Ordner direkt im Heimatverzeichnis und nennen ihn, sagen wir: index-files. In diesen Ordner laden wir die index-files herunter. Die files liegen übrigens im fits-Format vor.

Nun müssen wir diese fits-Dateien nur noch nach „/usr/share/astrometry“ verschieben (oder kopieren, wenn wir das wollen). Ich wähle den Weg über das Kopieren, da ich die Orginal-fits danach irgendwo archivieren werden.

Geht ganz einfach über die Kommandozeile. Terminal öffnen und folgendes eingeben:

sudo cp $HOME/index-files/*.fits /usr/share/astrometry

Zur Erklärung des Befehls:

$HOME steht für unser Heimatverzeichnis (z.B. /home/egon)
cp steht für Kopieren
* steht für alles
sudo steht für das Ausführen mit root-Rechten (Passworteingabe notwendig)

Übersetzt bedeutet der Befehl oben also folgenden:

Kopiere mit root-Rechten alle Dateien mit der Dateiendung fits aus dem Ordner index-files, der sich in deinem Heimatverzeignis befindet, in den Ordner  /usr/share/astrometry

Nachdem wir also alle Vorbereitungen getroffen haben, um astrometry.net local zu nutzen, können wir loslegen. Also ersten müssen wir EKOS so einstellen, daß astometry.net die Bilder local auflöst. Dann geht es los mit der Show:

Wir markieren in kstars einen Stern und fahren ihn mit dem Teleskop an. Nachdem wir im Zielgebiet angelangt sind, wird automatisch ein Bild aufgenommen und mit den index-files von astromety.net verglichen. Falls die Auflösung des Bildes erfolgreich war, bekommen wir mitgeteilt, wo wir uns tatsächlich befinden.

Genaueres dazu in einem weiteren Blogartikel

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