Neues von der Sternwarte: Kompilieren auf openSUSE

In den vergangenen Blogartikeln der Reihe „Neues von der Sternwarte“ hab ich mich damit beschäftigt, kstars, astrometry.net und indi auf einem Kubuntu-Rechner zu installieren. Kein allzu schwieriges Unterfangen, wenn man die passende Kubuntu-Version auf dem Rechner hat. Mit Hilfe von Software-Repositories ist das Ganze in kurzer Zeit erledigt.

Mein Problem ist nun: Ich mag Kubuntu nicht besonders und Ubuntu noch viel weniger. Die Linux-Distribution, auf der ich seit 15 Jahren unterwegs und mit der ich zufrieden bin, ist openSUSE. Im Moment läuft hier das Rolling-Release Tumbleweed mit der KDE-Plasma-Oberfläche.

Für openSUSE gibt es eine Menge Software, die aus Repositories installiert werden kann. Darunter befindet sich auch kstars und libindi.

Doch tut sich hier eine Schwierigkeit auf. libiIndi ist zwar in den Paketquellen vorhanden, aber nicht gerade sehr aktuell. Und die für mich interessanten Teiber (ASI-Astrokamera, Canon DSLR, Teleskopmontierung skywatcher) sind in dieser Basisversion nicht vorhanden. Diese Treiber werden von indi-Projekt zwar als 3rdparty-Treiber angeboten, aber leider nicht fertig kompiliert für openSUSE.

kstars könnte ich über ein Extra-Repo direkt installieren, nur wird dann automatisch das veraltete libindi mit installiert. Und das möchte ich nicht. Die Software-Entwicklung in diesem Projekt schreitet so schnell voran, daß eine aktuelle Version durchaus nicht von Nachteil ist.

Was bedeutet das nun alles für mich als openSUSE-Nutzer

Ich bin gezwungen, mir den Quellcode der Programme und Treiber herunterzuladen und das Gelumpe selber zu kompilieren.

Nun gut, man braucht für dieses Unterfangen nicht unbedingt einen Doktortitel. Ein Abenteuer ist es aber allemal.

Was muß also alles heruntergeladen, kompiliert und installiert werden?

  • Eine Entwicklungumgebung (fürs Kompilieren)
  • libindi (die Basistreiber mit Server – Client – Drumherum)
  • indi-eqmod (3rdparty-Treiber für die Skywatcher-Montierung)
  • indi-asi (3rdparty-Treiber für die Astrokameras von ZWO inclusive motorgetriebenen Filterrad)
  • indi-gphoto (3rdparty-Treiber u. a. für die Canon-DSLR)
  • astrometry.net (auf welchen Teil des Nachthimmels zeigt das Teleskop wirklich?)
  • kstars (Simulation des Nachthimmels)
  • EKOS (Astrophotograpie-Suite, in kstars integriert)
  • Und noch ein paar Kleinigkeiten mehr.

Ich gehe bei diesem Projekt von einem jungfräulichen openSUSE Tumbleweed aus. Ich habe bei der Installation des Betriebssystems sogar die Schemata „Multimedia“, „Office-Software“, Games und die KDE-PIM-Suite abgewählt. Das System soll einigermaße schlank bleiben.

Der Rechner soll ausschließlich für die das Ansteuern von Teleskop und Komponenten und für das erstellen von Fotos und Videos von sich lohnenden Himmelsobjekten verwendet werden. Die Auswertung und Bearbeitung der Aufnahmen erfolgt dann auf einem leistungsfähigen PC im Wohnzimmer.

Im Moment ist ein Laptop für das Teleskopieren zuständig. Später in der Sternwarte könnte ich mir dann einen kleinen Desktop oder eine Raspberry vorstellen. Mal schauen, wie die Lage bei den Raspberrys Ende des Jahres ist. Die aktuelle Version mit gerade einmal 1GB Arbeitsspeicher und nur USB2-Unterstützung würde zwar für Fotos und die Teleskopsteuerung genügen, für Videos ist das aber entschieden zu langsam.

Eine Anforderung stelle ich noch an den Astrorechner. Der Bildschirm darf nur dunkel werden, wenn der Strom ausfällt oder der Akku leer ist. Dazu muß ich ein paar kleine Einstellungen vornehmen, die in den Systemeinstellungen beheimatet sind.

Die Systemeinstellungen erreicht man über den Anwendungsstarter links unten:

  • Anwendungsstarter – Anwendungen – Einstellungen – Systemeinstellungen

Also:

  • Sytemeinstellungen – Arbeitsflächen-Verhalten – Bildschirmsperre
    Alles Abwählen
  • Systemeinstellungen – Energieverwaltung
    In allen Reitern alles abwählen bis auf:
    Wenn Bildschirm heruntergeklappt wird: Nichts unternehmen

Und wenn wir schon dabei sind, dann schalten wir noch den KDE-Passwort-Speicher aus, der mich höllisch aufregt:

  • Systemeinstellungen – Benutzerkonten-Details – KDE-Passwortsteicher
    Ausschalten

So, nachdem nun Betriebssystem-technisch gesehen alles geregelt ist, kann das große Abenteuer beginnen. Wir können die notwendigen Quelldateien herunterladen, kompilieren und installieren.

In einem der nächsten Blogartikel geht es dann „in medias res“…

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