Software für die Sternwarte Teil 1: Einleitung

Einleitung

Ich hab in meinen kleinen Sternenkarten eine neue Kategorie eingeführt. Diese nennt sich „Software für die Sternwarte„. In diese Kategorie kommt alles, was an Software notwendig ist, um Teleskop und Astrokamera zum Laufen zu bringen.

Schaun wir uns das mal genauer an.

Windows —> Ascom

In Windows gibt es die Ascom-Plattform. Das sind Programme und Treiber speziell für astronomische Bedürfnisse. Das Problem ist, ich hab kein Windows und will auch keins haben. Das was ich habe ist Linux.

Linux —> indi

Will ich in Linux mein Teleskop ansteuern, brauch ich Linux-Treiber für das ganze Brimborium. Und die gibt es unter dem lustigen Namen „indi“. Hier gibt es nun aber ein weiteres Problem.

indi-core und indi-3rdparty

Die Treiber-Bibliotheken von indi sind zweigeteilt.

  • indi-core
    Das ist das Herz von indi. Hier ist alles enthalten, was dazu nötig ist, das indi-Protokoll zum Laufen zu bringen. Und es sind eine Menge Treiber enthalten, die unsere Hardware ansteuern.
  • indi-3rdparty
    Einige Treiber werden vom dritter Seite beigesteuert und gewartet. Diese Treiber sind die sogenannten 3rdparty-Treiber

Für meine Hardware benötige ich einige 3rd-Party-Treiber.

Ubuntu und openSUSE

  • Ubuntu
    Für Ubuntu gibt es Software-Repositories, die alles für das Sternengucken notwendige schon fertig kompiliert enthalten. Man kann das mit einem Paketmanager ohne Probleme installieren.
  • openSUSE
    In openSUSE gibt es auch einige der Programme und Treiber als fertige Programmpakete. Nur, die indi-3rdparty-Treiber gibt es dort nicht.

Ich habe seit gefühlten Jahrzehnten als Betriebssystem Linux openSUSE auf meinen Rechnern. Meine letzte Windows-Version war Windows 98 SE. Als damals die Unterstützung für diese klasse Windows-Version eingestellt wurde, wechselte ich zu openSUSE.

Mit openSUSE hab ich viel gemacht und kenn mich damit einigermaßen gut aus. Mit Linux-Ubuntu dagegen bin ich nie warm geworden, obwohl Ubuntu eigentlich die führende Linux-Distribution ist.

Drum bleib ich bei openSUSE und zwar in der Version Tumbleweed, die als rolling-release-version bezeichnet werden kann.

Teleskopsteuerung und openSUSE

Da es in openSUSE nicht alle notwendigen Treiber, die ich benötige, als fertige Programmpakete gibt, kompiliere ich mir diese selber. Und das ist nicht einmal besonders kompliziert, wenn man einige Regeln beachtet. Es kostet nur ein wenig Zeit.

Abhängigkeiten

Ein Problem gibt es doch in openSUSE. Das sind die sogenannten Abhängigkeiten.

Um Software kompilieren zu können, müssen erst die Vorraussetzungen dazu geschaffen werden. Und diese Vorraussetungen manifestieren sich in Programmen und Bilbiotheken, ohne die das Kompilieren von Programmen nicht oder nur unter Einschränkungen möglich wäre.

Das bedeutet, wenn ich ein bestimmtes Programm kompilieren möchte, ist der Erfolg dieser Aktion abhängig von anderen Programmen. Diese anderen Programme müssen also zuerst installiert werden.

Man sagt dazu auch, die Abhängigkeiten müssen aufgelöst werden.

Abhängigkeiten im Paketmanager

Installiert man Software über einen Paketmanager, löst dieser die Abhängigkeiten selbstständig auf.

Abhängigkeiten beim Kompilieren

Hier wird nichts selbstständig aufgelöst. Alle Programme, die für den Erfolg der Kompilierung eines bestimmten Programms notwendig sind, müssen explizit installiert werden.

Anders ausgedrückt: Hier muß ich die Abhängigkeiten von Hand auflösen.

  • Ubuntu
    Für Ubuntu sind die Namen der Programme und Bibliotheken bekannt, die zum erfolgreichen Kompilieren unserer Astronomie-Programme notwendig sind.
  • openSUSE
    Hier haben die Programmdateien andere Namen als bei Ubuntu.

Ich hab mir die Namen der Programme und Bibliotheken, die bei openSUSE notwendig sind, von Hand erarbeitet. Damit kann ich dann die Abhängigkeiten auflösen.

Und nun?

In den folgenden Artikeln dieser Astro-Software-Serie erzähle ich, wie das Kompilieren und Installieren unter openSUSE Tumbleweed funktioniert. Am Ende wird ein funktionierendes System stehen, mit dem ich vom Teleskop bis zur Astrokamera alles steuern kann.

Also, lasst euch überraschen und stay tuned 🙂

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