Software für die Sternwarte Teil 4: Vorbereitung zum Kompilieren

Wie ich in einem früheren Artikel schon gesagt habe, gehe ich von einem frisch installierten openSUSE Tumbleweed aus, das auf dem neuesten Stand ist.

Um kompilieren zu können, müssen wir unser Betriebssystem erst mit ein paar Werkzeugen ausstatten:

Als allererstes brauchen wir ein tool, das uns den Quellcode aus den entsprechenden Softwarequellen holt. Dieses tool nennt sich „git“ und ist über die Kommandozeile bedienbar. Öffnen wir also ein Terminal und geben folgendes ein:

sudo zypper install git

Wir werden nach dem Administrator-Passwort gefragt. Danach wird „git“ heruntergeladen und installiert.

Ich möchte den Befehl kurz erläutern:

  • sudo: Führe den folgenden Befehl mit Administratorrechten durch
  • zypper: Das Installationswerkzeug für die Kommandozeile
  • install: Installiere …
  • git: … das Paket „git“

Sollte das zu installierende Paket andere Pakete benötigen, um zu funktionieren, werden diese Abhängigkeiten automatisch mit installiert.

Man kann diese Installation selbstverständlich auch über das graphische Installations- und Konfigurations-Programm von openSUSE durchführen. Dieses nennt sich „YAST“. Ist ganz praktisch bei ein- oder zwei Paketen. Sollen aber mehr Programmpakete installiert werden, so ist es oft einfacher, dafür die Kommandozeile zu benutzen. Und die Kommandozeileneingabe lässt sich außerdem besser dokumentieren, zum Beispiel in einem Artikel wie diesem hier. Ich bleib deshalb im folgenden bei der Installation per Kommandozeile.

Wir haben also das tool installiert, mit dem wir Sourccode auf unsere Festplatte holen können (und noch einiges mehr). Fehlen noch die tools zum Kompilieren.

Hier brauche ich etwas spezielles. Ich möchte nämlich nicht nur Kompilieren, sondern auch selber programmieren und in dem programmierten Zeugs Fehler suchen, wenns denn mal nicht läuft (Debugging). Dafür ist der qt-creator die erste Wahl.

Qt-creator ist ein mächtiges Entwicklungwerkzeug, das als Abhängigkeiten alles zum Kompilieren notwendige mitbringt. Er ist in folgendem Programmpaket enthalten: „libqt5-creator“.

Für ein anderes Projekt brauche ich noch das Paket „libqt5-qtmultimedia-devel“. Das installiere ich gleich mit, wenn ich schon dabei bin.

Also ein Terminal öffnen und folgendes eingeben:

sudo zypper install libqt5-creator libqt5-qtmultimedia-devel

Das Konstrukt „sudo zypper install“ kennen wir schon. Danach stehen die zu installierenden Pakete, getrennt durch ein Leerzeichen.

Ist eigentlich ein wenig unübersichtlich, dieser Installationsbefehl. Geht auch übersichtlicher:

sudo zypper install \
libqt5-creator \
libqt5-qtmultimedia-devel

Hier stehen die zu installierenden Programmpakete schön fein säuberlich untereinander. Der Backslash am Ende jeder Zeile bedeutet: Mit dem Zeilenende ist der Befehl noch nicht abgeschlossen. Die nächste Zeile gehört auch noch zum Befehl.

So, und jetzt brauchen wir nur noch ein Vereichnis, in das wir den Quellcode der Programme herunterladen wollen und in dem wir dann kompilieren können. Das Verzeichnis soll in unserm persönlichen Arbeitsverzeichnis entstehen.

Terminal öffnen und eingeben:

mkdir ~/astrostuff

… bedeutet im Einzelnen

  • mkdir: make directory, also erstelle ein Verzeichnis
  • ~: in unserem persönlichen Arbeitsverzeichnis
  • /: das wir damit betreten
  • astrostuff: Der Verzeichnisname (kann beliebig gewählt werden)

So, damit haben wir nun die Voraussetzungen geschaffen, unsere Astroprogramme zu kompilieren. Wie genau das geht? Auf der Kommandozeile ganz einfach! Lasst euch überraschen…

stay tuned 🙂

Hinweis:

Dieser Artikel ist als Gedankenstütze für mich gedacht. Er ist für das Betriebssystem openSUSE Tumbleweed geschrieben.
Die Verwendung von Code aus diesem Artikel sollte in einer virtuellen Maschine geschehen und erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr.

Sollte beim Kopieren dieses Codes in ein Terminal die Frage kommen, was mit den „Nicht-druckbaren Zeichen“ geschehen soll, bitte die Option „Nicht druckbare Zeichen entfernen“ auswählen.

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