Software für de Sternwarte Teil 22: Einstellungen in kstars, indi und astrometry.net

Zweck des Artikels

Was muß ich in den beteiligten Programmen einstellen, um sie an mein System und meine Hardware anzupassen.

Start kstars

Beim erstmaligen Start von kstars wird folgende Fehlermeldung aufpoppen:

Das beseitigen wir nachher. Also, Fehlermeldung mit OK wegdrücken, damit kstars starten kann.

Der Einrichtungsassistent

Nun startet der Einrichungsassistent von kstars.

Darin kann ich eine Stadt als Beobachtungort auswählen. Meine Location ist da aber leider nicht dabei. Drum drücke solange auf Weiter und am Schluß auf OK, bis der Assistent beendet ist.

Standort einstellen

Nun drücke ich in der Menueleiste links oben auf die kleine Erdkugel. Es startet ein Dialog, mit dem ich meinen Beobachtungsstandort hinzufügen kann.

Zuerst auf „Felder löschen“ drücken, dann die notwendigen Daten eintragen, das Pluszeichen zum übernehmen drücken und auf OK klicken. Damit ist der Standort meiner Sternwarte in der Auswahlliste drin und gleich vorausgewählt.

Kulturkreis der Sternbildlinien einstellen

Ich hab meine Sternbildlinien selber gemalt und hier auf meiner Website vorgestellt. Diese Sternbildlinien sind inzwischen in kstars integriert worden.

Ich kann kstars so einstellen, daß es meine Sternbildlinien verwendet. Der Kulturkreis heißt Western (sternenkarten.com).

Die Einstellung funktioniert so:

  • Einstellungen – kstars einrichten – Nachführungen
  • Kulturkreis für Sternbildlinien einstellen auf Western (sternenkarten.com)
  • Auf Anwenden drücken.

Die Bezeichnung Nachführungen etwas irreführend und der KDE-Übersetzung geschuldet. In der englischen Version heißt der Tab Guides.

Vielleicht finde ich irgendwann einmal etwas Zeit, mich mit diesen Übersetzungsdateien auseinanderzusetzen …

Pfade zu Indi

Back to the roots, zurück zu unserer Einstiegsfehlermeldung. Die beseitigen wir unter

  • Einstellungen – kstars einrichten – indi

Hier ändern wir die entsprechenden Pfade alle nach /usr/local…

Der Profileditor

Damit ist kstars fertig für das Einrichten des Profils. Bei erstmaligen Aufruf von EKOS startet automatisch der Profileditor. Ich wähle aus, ob ich das Equipement an den Rechner angeschlossen habe, an dem ich gerade arbeite oder ob ich es fernsteuere, zum Beispiel über einen Raspberry PI. Nach Vergabe eines Profilnamens gebe ich mein Equipement ein. Sieht bei mir so aus:

Damit weiß nun kstars, mit welchen indi-Treibern es zusammenarbeiten muß.

Das Client-Server-Prinzip

kstars dient als Client und kommuniziert über den indi-server mit den entsprechenden Treibern. Durch das Server-Client-Prinzip muß sich der indi-server mit den Treibern nicht auf dem selben Rechner befinden, wie der Client.

Ich kann daheim im Wohnzimmer sitzen und von dort aus bequem einen entfernen Rechner irgendwo anders auf der Welt steuern. Es gibt dazu nur drei Voraussetungen:

  • Eine funktionierende Internetverbindung zwischen den Rechnern
  • Ein Client wie zum Beispiel kstars auf dem Wohnzimmerrechner
  • Der Indi-Server mit den Indi-Treiber auf dem entfernten Rechner, an den das Equipement angeschlossen ist.

Und ein wenig Strom würde natürlich auch nicht schaden, um das Ganze betreiben zu können.

kstars ist übrigens nicht der einzige Client, mit dem sich in Linux die Teleskop-Steuerung nach dem Server-Client-Prinzip verwirklichen lässt. Andere Clients sind zum Beispiel stellarium, cartes du ciel, firecapture ab Version 2.7 (im Moment noch Beta-Version) etc.

Jeder dieser Clients hat seine Vor-und Nachteile.

Stellarium bietet zum Beispiel ein wunderbare Virtualisierung des Sternenhimmels, kann aber nur die Bewegung des Teleskops steuern.

kstars ist sowas wie ein Multitalent. Die Visualisierung des Sternenhimmels ist ein meinen Augen etwas gewöhnungsbedürftig. Die Aufnahmesuite EKOS dagegen ist einzigartig, sofern man sich auf deepsky-Aufnahmen beschränkt. Zudem ist hier Plate-solving und einiges andere mehr möglich

kstars ist Klasse für deepsky, kann aber getrost in die Tonne gehauen werde, wenn es um die Planetenfilmerei geht. Videos mit kstars aufzunehmen ist unterirdisch schlecht. Darüber hinaus werden korrupte und unlesbare 16 Bit Videodateien erzeugt. Mit 8 Bit funktioniert es zwar, die Bedienungsfreundlichkeit ist aber mangelhaft.

Hier kommt Firecapture ab Version 2.7 ins Spiel. Diese Version ist die erste Version, die mit indi-Treibern umgehen kann. Auch hier muß man sich einarbeiten, um damit arbeiten zu können. Firecapture bietet für die Planetenfilmerei aber alles, was in EKOS so schmerzlich vermisst wird.

EKOS starten

Wir starten nun erstmalig EKOS und damit automatisch den Indi-Server. Schauen wir mal, welche Rückmeldungen wir von den Treibern bekommen.

Der Startknopf ist das kleine Dreieck oben in der Bildmitte.

Es erscheint das Indi-Controllfeld, in dem die Treiber an das angeschlossene Equipement angepasst werden können:

Feathertouch

Mein Fokuser ist ein Feathertouch. Er läuft unter dem Treibernamen FOCUSLYNX. Da ich die Kontrollbox des Focusers über ein LAN-Kabel an einen Router angeschlossen habe, wähle ich als Verbindungsart Ethernet und gebe dann in das entsprechende Feld den Treibernamen ein.

Anschließend gehe ich auf den Tab Verbindungen und starte den Treiber. Der Treiber bekommt nun vom der Kontrollbox alle relevanten Daten und ist fertig zum Einsatz. Im Feld Einstellung nun noch auf Speichern drücken und gut isses.

Prinzip Einstellung Indi-Treiber

Diese Prinzip gilt für alle Treiber:
– Verbindungsart auswählen
– Treiber starten
– Eventuell Einstellungen anpassen
– Einstellungen speichern.

Die Steuerbox des Feathertouch bietet die Möglichkkeit, noch einen zweiten Focuser anzuschließen. Ich hab da zwar nichts dran, starte den Treiber im Tab FocusLynx F2 aber dennoch und speichere die Einstellungen ab. So vermeide ich unnötige Warnungen, daß da noch irgend etwas einzustellen wäre.

Die Montierung

Die Montierung wird über den EQmodMount-Treiber angesteuert. Ich habe die AZ-EQ6GT mit einem EQdir-Adapter an USB angeschlossen. Hier reicht es, wenn ich auf Verbinden drücke und schon ist alles da. Im Tab Einstellungen muß ich nur noch Blende und Brennweite des verwendeten Teleskops eingeben und auf Speichern drücken.

Die ASI-Kamera

Die Kamera, hier eine ASI 1600mm pro, wird gleich im ersten Anlauf erkannt und gestartet. hier drehe ich nur noch im Tab Controls die Bandbreite auf 100. Mein Rechner in der Sternwarte bietet genügend Power, um da mitzuspielen. Bei meinem Raspberry zum Beispiel verringere ich den Durchsatz auf 40, um Bildaussetzer zu vermeiden.

Das Filterrad

Nun ist als letzter Treiber der für das Filterrad dran. Da ich die Filter in einer anderen Reihenfolge im Rad habe, als der Treiber es möchte, gebe ich hier meine Reihenfolge ein und drücke in den Einstellungen wieder auf speichern.

Damit wären Treiberseitig alle Einstellungen und Anpassungen für mein Equipement getätigt.

EKOS stoppen

Nun stoppe ich das Ganze:

  • Ekos – Linker Tab, der mit dem Schreubenschlüssel
  • Verbindung trennen
  • Stop Ekos

Automatische Verbindung zu den Treibern

Rufe ich nach einem Neustart von kstars nun Ekos auf und drücke auf den Start-Knopf, so wird automatisch die Verbindung zu dem angeschlossenen Equipement hergestellt und zwar mit den Treiber-Einstellungen, die ich vorhin gespeichert habe.

astrometry.net

Bleibt noch astrometry.net für das Plate-solving. Da ist noch ein wenig Tuning notwendig. Und zwar möchte EKOS und damit kstars wissen, wo sich die Konfigurationsdatei, die Indes-Files und die bin-Dateien von astrometry. net befinden.

Ich starte also EKOS und wähle dann den Solver aus, das ist der Tab mit den konzentrischen Kreisen. Hier befindet sich rechts unten der ‚Einstellungs-Knopf, auf den ich klicke. Es öffnet sich ein Dialog, mit dem ich astrometry.net einstellen kann.

Da ich ja alles nach /usr/local installiert habe, muß ich hier die Adressen für den solver und die wcsinfo entsprechend anpassen. Den Haken bei Einrichtung mach ich weg und stelle dem Pfad dort ein /usr/local voran.

Im Tab Astrometry.cfg schau ich nach, welcher Pfad zur den Index-files hier eingestellt ist. Er muß /user/local/data heißen. Anpassen, falls notwendig.

Auf Anwenden drücken und das Einstellungsfeld schließen.

Nun stellen wir den astrometry.net-solver noch von online auf offline um. Das geschieht links unten.

Schwierigkeiten bei der Einstellung von astrometry.net

Die oben eingestellten Einstellungen sollten eigentlich problemlos vonstatten gehen. Ich hatte jedoch auf einem Rechner einmal das Problem, daß sich der Einstellungdialog im Solver nicht öffnen ließ und ich so die Pfade nicht anpassen konnte.

Hier half es, die Datei astrometry.cfg von /usr/local/etc (oder /usr/local/astrometry/etc, je nach Installationspfad) zu kopieren in den versteckten lokalen Ordner unter ~/.local/share/kstars/astrometry. Nach einem Neustart konnteich alles dann wie gewohnt einstellen.

Test des Equipements

Was bleibt, ist zu testen, ob das Equipement wie gefordert funktioniert und eventuell hier und dort noch ein wenig Feintuning zu betreiben.

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