Sternbild Perseus

Sternbild Perseus

Bezeichnungen
Perseus:    Lat. Perseus     Gen. Persei     Kürzel  Per
Günstigste Beobachtungsmonate
Perseus:       9 10 11 12

Sternenkarten

Sternbild Perseus Übersichtskarte
Sternbild Perseus
Für mehr Details ein- oder zweimal ins Bild klicken
Sternbild Perseus Detailkarte
Sternbild Perseus Details
Für mehr Details ein- oder zweimal ins Bild klicken
Die Milchstraße
Sternbild Perseus Milchstrasse
Für mehr Details ein- oder zweimal ins Bild klicken

 

Auf der Milchstraße

Habt ihr schon gewusst, daß man auf der Milchstraße spazieren fahren kann? Nein? Dann wisst ihr es jetzt. Man kann tatsächlich die Milchstraße für einen Ausflug benutzen. Auch wenn es nur im Traum ist…

Ich hatte einen solchen Traum.

Ich träumte, ich fuhr auf die Milchstraße, um Perseus zu besuchen. Das Wetter war schön und es versprach, eine wunderbar klare Nacht zu werden. Beste Voraussetzungen also für mein Vorhaben.

Die Auffahrt war in der Nähe des Fuhrmanns, der mir freundlich zuwinkte. Los ging´s mit der Reise über die Himmelsautobahn.

Im Reiseführer hatte ich gelesen, daß es nur ein paar Lichtjahre waren bis zu Perseus. Nicht besonders weit also! Noch vor der nächsten Ausfahrt würde ich ihn zu sehen bekommen. Ich schaltete vom dritten in den vierten Gang. Perseus sollte eigentlich leicht zu erkennen sein mit seiner Zipfelmütze und dem markanten Körper. Fünfter Gang! Es ging voran. Kaum Verkehr heute.

Da ertönte aus dem Lautsprecher des Himmelsradios ein lautes Halleluja. Verkehrsmeldung!

„Achtung, auf der Himmelsautobahn zwischen den Anschlußstellen Fuhrmann und Andromeda ist gerade ein Meteorit heruntergegangen. Die rechte Fahrspur ist gesperrt. Fahren Sie bitte vorsichtig an der Einschlagstelle vorbei!“

Es wäre auch zu schön gewesen. Einmal eine Reise ohne Hindernisse. So was gibt´s wohl nur im Traum. Ich schaltete herunter und wechselte auf die linke Spur. Vorsichtig fuhr ich an der Einschlagstelle vorbei, die in dichte Dunstschwaden gehüllt war. Es waren zwar keine Trümmer zu sehen, aber man konnte nie vorsichtig genug sein.

Es dauerte eine Weile, bis sich der Dunst verzogen hatte. Ich beschleunigte und hielt Ausschau nach Perseus. Hmm, sah irgendwie komisch aus, die Gegend. Rechts am Straßenrand saß eine kleine Eidechse. Und war war denn das da vorn? Kam da nicht ein Schwan angerauscht?

Dieser verflixte Meteorit mit seiner blöden Dampfwolke!

Ich war viel zu weit. Irgendwo dort hinten im Dampf, da war Perseus gewesen, unsichtbar im Moment des Vorbeifahrens.

Glücklichweise durfte man die Milchstraße in beide Richtungen befahren. Und es gab genügend Wendemöglichkeiten. Hinter dem Schwan drehte ich um und gab wieder Gas.

Es dauerte nicht lang, und ich hatte den Schwan eingeholt. Die Straße war nun frei und ich schaltete nochmal hoch. Die Eidechse saß immer noch da und schaute mit zu. ich passierte problemlos die Engstelle zwischen Eidechse und König Kepheus. Kassiopeia lies ich links liegen und rauschte an der Anschlußstelle Andromeda vorbei.

Vom Meteoriteneinschlag war nichts mehr zu sehen. Der Dunst hatte sich verzogen. Und so konnte ich ihn nun in voller Pracht sehen, den Held Perseus.

Der Ausflug hatte sich am Ende doch noch gelohnt. ich hatte gesehen, was ich sehen wollte und fuhr nun gemütlich nach Hause. Der Fuhrmann hatte sich schon zum Schlafen nieder gelegt. Ich hupte ihm einen leisen Gruß zu und verließ die Milchstraße.

Das Leben des Perseus

Beim Sternbild Andromeda habe ich euch erzählt, wie die schöne Königstochter vom Held Perseus gerettet wurde. Schauen wir uns nun mal an, wer dieser Perseus eigentlich war.

Perseus war das Ergebnis eines der vielen Seitensprünge von Zeus. Der Göttervater hatte sich über Danae, die Tochter des Königs von Argos, hergemacht. Neun Monate später gebar Danae einen Sohn und der Schlamassel  begann…

Ein Orakel hatte dem König von Argos geweissagt, er würde einmal von der Hand seines Enkels sterben. Um diese Gefahr erst gar nicht erst aufkommen zu lassen, verfrachtete der König seine Tochter mitsamt deren Sohn in eine Holzkiste, die er ins Meer warf.

Diese Art von Selbstjustiz war dem Meeresgott Poseidon gar nicht recht. Er sorgte dafür, daß die wackelige Kiste an den Strand einer Insel gespült wurde. Mutter und Sohn konnten sich retten und fanden Unterschlupf auf der Insel.

Der Herrscher des Eilandes war König Polydektes. Angetan von der Schönheit von Danae begann er, ihr nachzustellen. Danae weigerte sichaber , den König an sich heranzulassen. Immer und immer wieder bedrängte er sie. Und immer und immer wieder sagte sie Nein.

Als sich dann auch noch Perseus, der Sohn von Danae, schützend vor seine Mutter stellte, sah König Polydektes, daß es so nicht weiter kam. Er überlegte, wie er an die begehrenswerte junge Frau herankommen könnte. Und es kam ihm eine Idee.

Als auf der Insel wieder einmal eine Hochzeit angesagt war, verfügte der König, daß jeder Einwohner der Insel ein Pferd als Hochzeitsgeschenk geben sollte. Das war für Danae und Perseus natürlich ein Problem, denn aus einem fernen Lande kommend hatten sie nichts als das, was sie am Leibe trugen. Als Ausgleich für das fehlende Geschenk forderte der König Perseus auf, ihm den Kopf der Medusa zu bringen.

Damit begannen die Heldentaten von Perseus.

Pallas Athene schenkte ihm einen Spiegelschild, damit er die tödlichen Blicke von Medusa abwehren konnte. Hermes, der Götterbote organisierte Flügelschuhe für den Held. Und von den Nymphen bekam Perseus eine Tarnkappe. So gerüstet machte er sich auf den langen Weg zu Medusa.

Ihr kennt die Geschichte ja schon. Es gelang Perseus, Medusa zu überwinden und zu töten. Ihren Kopf packte er sorgsam in einen Stoffsack und fuhr zurück in Richtung Heimat.

Am Ende der Welt, dort wo Atlas die Erde auf seinen Schultern trug, machte Perseus Rast. Er  bat Atlas um Speise und Trank. Atlas verweigerte dem erschöpften Held die Gastfreundschaft und es kam zu einem Handgemenge kam.

Die Rauferei wurde immer heftiger und Perseus wußte sich schließlich nicht mehr zu helfen. Er öffnete den Stoffbeutel, nahm das Haupt der Medusa heraus und streckte es Atlas entgegen.

Der leblose Blick von Medusa war immer noch eine fürchterliche Waffe. Atlas wurde sofort zu Stein, als er in ihre Augen sah. Das Atlas-Gebirge war entstanden.

Die nächste Rast machte Perseus in Äthiopien. Dort fand er die schöne Königstochter Andromeda. Das Mädchen war an einen Felsen gekettet und wartete auf den Tod. Perseus rettete das schöne Mädchen vor dem wütenden Walfisch, dem sie geopfert werden sollte. Es zerschlug ihre Fesseln und nahm sie mit sich. Die beiden wurden ein glückliches Paar.

Die Heimreise ging weiter und der Weg war lang und gefährlich. Perseus und Andromeda kamen gut voran. In einer auf dem Weg liegenden Stadt machten sie Rast. Die Herberge war einfach, aber gemütlich und Andromeda schlief nach einem üppigen Mahl bald ein. Perseus war noch nicht müde und sah sich in der Stadt um.

Es war Trubel überall in der Stadt, denn es wurden Wettkämpfe ausgetragen. Perseus sah eine Weile zu. Dann beschloss er, mitzumachen. Er trug sich für das Diskuswerfen ein.

Er schleuderte seinen Diskus weit, weiter als alle Konkurrenten, noch über die Begrenzung der Bahn hinaus. Ein anderer Wettkämpfer passte nicht auf und bekam den Diskus an den Kopf. Das Sportgerät zertrümmerte dem unglücklichen Mann den Schädel.

Perseus stürmte heran, als er sah, welche Auswirkung sein Diskuswurf hatte. Vielleicht konnte er noch helfen. Er drehte den auf dem Bauch liegenden Mann um und erbleichte. Der Mann war tot. Und der Mann war sein Großvater, der König von Argos.

Das Orakel hatte recht gehabt mit seiner Weissagung. Der König von Argos starb durch die Hand seinen Enkelsohnes.

Man sieht, ein Orakel läßt sich nicht betrügen!

Links