Sternbild Schlangenträger

Sternbild Schlangenträger

Bezeichnungen
Schlangenträger:  lat. Ophiuchus     Gen. Ophiuchi      Kürzel Oph
Günstigste Beobachtungsmonate
Schlangenträger:         6 7 8 9

Sternenkarten

Sternbild Schlangenträger Übersichtskarte
Zentaur Skorpion Schlangentraeger Schlange
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Sternbild Schlangenträger Detailkarte
Sternbild Schlangentraeger
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Beschreibung

Groß, aber wenig auffällig! So könnte man das Sternbild Schlangenträger beschreiben.

Um mir das Auffinden des Sternbildes etwas zu erleichtern, habe ich dem Herrn eine dreieckige Zipfelmütze aufgesetzt. Ich male gerne dreieckige Zipfelmützen in den Himmel.

Das Sternbild Schlangenträger verkörpert den Wunderheiler Asklepios, besser bekannt  unter dem Namen Äskulap. In seinen Händen hält er eine Schlange.

Äskulap

Einst begab es sich, daß der berüchtigte Jäger Orion einem fliehenden Hirsch nachsetzte. Bei dieser wilden Jagd wurde er von einem Skorpion gestochen…

Am Ufer des Flusses Eridanus, unweit der Stelle, an der der Hirsch ins Wasser geflüchtet war, saß ein alter Mann mit einem langen weißen Bart. Der Mann hob den Kopf, als er die Schmerzensschreie hörte. Die Schreie schienen von einem großen Felsen zu kommen, der hinter den Bäumen zu sehen war. Der Mann stand auf und ging in Richtung Felsen. Vielleicht konnte er helfen.

Asklepios, so hieß der alte Mann, hörte die Schreie leiser und leiser werden. Als er am Felsen ankam, waren sie verstummt. Der Tod war schneller gewesen. Asklepios fand Orion leblos auf dem Boden liegend und sah gerade noch, wie ein Skorpion unter dem Felsen verschwand. Alles war still. Nur das Rauschen des Windes in den Blättern der Bäume war zu vernehmen.

Asklepios, der manchmal auch Äskulap genannt wurde, war Arzt. Er war von dem Zentaur Cheiron in der Heilkunst unterwiesen worden und hatte diese Kunst perfektioniert. Alles, was er anfasste, gelang ihm. Er war zu einem Wunderheiler im besten Sinne des Wortes geworden. Ja, er konnte sogar Tote wieder zum Leben erwecken.

Äskulap suchte Holz und machte Feuer. Er füllte einen Topf mit Wasser und stellte ihn auf die Feuerstelle. Als das Wasser kochte, öffnete er sein Bündel und nahm ein paar Kräuter heraus. Es verbreitete sich ein angenehmer Duft, als er die Kräuter ins Wasser warf.

Äskulap füllte etwas von dem Kräutersud in einen Becher und wartete, bis die Flüssigkeit abgekühlt war. Dann schüttete er ein paar Tropfen davon in den offenen Mund des toten Orion. Es dauerte nicht lange und er hörte den Jäger husten.

Äskulap hatte Orion wieder zum Leben erweckt.

 

Hades, der Gott der Unterwelt, beobachtete den Wunderheiler schon seit geraumer Zeit. Zu oft hatte er miterleben müssen, wie ihm Äskulap die Toten vor der Nase wegschnappte und heilte. Der Gott der Unterwelt bekam Schluckauf, wenn er nur an den Heiler dachte. Wenn das so weiter ging, würde der Nachschub für sein Reich der Toten bald versiegen. Denn überall, wo Äskulap auftauchte, gab es keine Toten mehr.

Hades fürchtete um sein Job als Chef der Unterwelt!

Zu dieser Zeit war die Erde in drei Herrschaftsbereiche aufgeteilt.

Hades hatte die Unterwelt übernommen. Er war der Herrscher über das Reich der Toten.
Poseidon, sein Bruder, beherrschte die Meere.
Und der dritte der Brüder, Zeus, war zuständig für die Lebenden und für den Himmel.

Hades bat seinen Bruder Zeus, dem Treiben von Äskulap ein Ende zu setzen.

Zeus war Hades noch einen Gefallen schuldig. Deshalb sagte er ihm Hilfe zu.

Zeus ging zum Küchenfenster, das in Richtung Erde zeigte. Er griff nach seinem Fernglas und hob es an die Augen. Dort unten saßen sie zusammen, Äskulap und der von den Toten auferstandene Orion.  „Das Problem wird gleich ein Problem gewesen sein“, brummelte Zeus in sich hinein. Er öffnete das Fenster, holte weit aus und schleuderte einen Blitz hinab. Der Wunderheiler war sofort tot.

Noch nicht ganz zufrieden, setzte Zeus zu einem Rundumschlag an. Er versetzte alles, was dort unten rumlag oder stand, als Sternbild in den Himmel:

Ein Hase, sich ängstlich duckend
Ein Einhorn, sich vorsichtig umblickend
Ein kleiner Hund, bereit zum Sprung auf das Einhorn
Ein großer Hund, zum Hasen sprintend
Ein Skorpion, unter einen Felsen verschwindend
Ein Wunderheiler, eine Schlange in der Hand haltend
Und Orion, ein wilder Jäger

Zeus war immer noch um seine Ruhe besorgt. Er setzte den Skorpion an die eine Seite am Himmel, Orion an die entgegengesetzte Seite. So würden sich Orion und der Skorpion nie mehr in die Quere kommen. Und damit sein Bruder Hades Ruhe geben würde, setze er den Äskulap in die Nähe des Skorpions, also weit weit weg von Orion.

„So, nun kommen sich diese drei Chaoten nie mehr in die Quere“, dachte er zufrieden, „und ich hab meine Ruhe“.

Zeus schloss das Fenster und schlenderte langsam zurück ins Wohnzimmer. Er zog seine Pantoffeln aus und machte es sich in dem alten Ohrensessel bequem. Er griff nach der Fernbedienung, die auf dem Tischchen lag und schaltete den Fernseher ein.

Zeus freute sich schon auf die Komödie, die im Himmelsfernsehen angekündigt war. Ein paar Werbespots noch, dann würde sie beginnen. Er machte sich eine Flasche Bier auf und nahm einen kräftigen Schluck. Dann lehnte er sich zurück und wartete geduldig auf den Beginn der Kommödie

Es war ein Stück eines gewissen Shakespeare mit dem Titel „Ein Sommernachtstraum“

 

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