MLV App

01 mlvapp

(english version of this tutorial: https://seescho.wordpress.com/tutorial-englisch/)

 

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Einleitung
Gibt es eine Bedienungsanleitung for MLV-App?
Wie bekomme ich MLV-App?
Wie bekomme ich MLV-App zum Laufen?
Was mach ich nun, wenn ich Linux habe?
Was behandelt nun dieses Tutorial?
Ein paar Vorbereitungen
MLV-App herunterladen und entpacken
ffmpeg
Mein MLV-App Ordner
Nochmal ffmpeg
Ein letztes mal ffmpeg
Noch ein paar Vorbereitungen
Kompilieren
Die MLV-App Anwendung
Und wenn es nicht funktioniert hat?
Zusammenfassung

Vorwort

Die Vorgehensweise, die in diesem Tutorial beschrieben wird, wurde getestet auf folgenden Linux-Versionen:

  • openSUSE Leap 42.3
  • openSUSE Thumbleweed
  • kubuntu 18.04 LTS

Andere Linux-Distribution wurden von mir nicht getestet. Die prinzipielle Vorgehensweise ist dort zwar vergleichbar, der genaue Weg wird aber ein anderer sein (Anderer Paketmanager, andere Paketquellen, andere Paketnamen….). Hier ist dann eure Kreativität gefragt 🙂

Einleitung

MLV-App ist eine Anwendung, mit der man MLV-Rohvideos (Magic Lantern) decodieren, bearbeiten und exportieren kann. Im Moment wird der Export in folgende Formate unterstützt (Farbtiefe pro Kanal in Klammern):

  • prores (bis zu 12bit)
  • rawavi (8bit)
  • h264 (8bit)
  • h265 (8bit)
  • cdng (bin zu 16bit)
  • tiff (16bit)
  • png für das aktuelle Vorschauframe (8bit)
  • MLV (ohne Audio)

MLV-App gibt es für MacOS, Windows und Linux.

Gibt es eine Bedienungsanleitung for MLV-App?

Bis jetzt noch nicht. Es kann allerdings im MagicLantern Forum über MLV-App diskutiert werden:

http://www.magiclantern.fm/forum/index.php?topic=20025.0

Wie bekomme ich MLV-App?

MLV-App kann von der github-Seite des Projekts heruntergeladen werden:

https://github.com/ilia3101/MLV-App

Wie bekomme ich MLV-App zum Laufen?

Das ist ziemlich einfach

  • Ausführbares bin-file herunterladen
  • Starten
  • Genießen

Die bin-files werden für Windows und MacOS werden aktuell gehalten. Das bin-file für Linux leider nicht.

Was mach ich nun, wenn ich Linux habe?

Ganz einfach: Selber kompilieren…

Ich sehe schon, euch steht der Angstschweiß auf der Stirn! Ihr dürft mir aber glauben, dieses selber kompilieren ist gar nicht so kompliziert wie es klingt.

Was behandelt nun dieses Tutorial?

In diesem Tutorial zeige ich, wie man MLV-App für Linux selber kompilieren kann. Es gibt dabei Unterschiede zwischen den verschiedenen Linux-Distributionen. Ich beschränke mich hierbei auf die Distributionen, die ich verwende und so auch testen kann:

  • openSUSE
  • kubuntu

openSUSE ist mein Betriebssystem, seitdem ich von WIN 98SE zu Linux gewechselt bin. Dafür ist dieses Tutorial geschrieben.

kubuntu ist Neuland für mich. Ich hab es für meine Teleskopsteuerung auf dem Astro-Laptop installiert. Hier bin ich noch heftig am Testen. Die Erkenntnisse bezüglich von mlvapp werden aber in dieses Tutorial einfließen.

Die Erkenntnisse des Wechsels der Teleskop-Steuerung von Windows nach Linux werd ich in einem seperaten Tutorial festhalten (12 Kapitel hab ich schon im Entwurf). Ist interessant: Fernsteuerung eines Raspberry PI3B+ vom Astro-laptop aus. Und Fernsteuerung des Systems Raspberry+kubuntu-laptop vom Wohnzimmer-PC aus (openSUSE).

Bleiben wir hier aber bei mlvapp. Packen wir´s an…

Ein paar Vorbereitungen

Ein bißchen Übersicht muß sein. Darum hab ich mit in meinem Heimat-Verzeichnis einen Ordner für mlvapp angelegt. Und der heißt, ihr werdet es nicht glauben, MLV-App.

Da ich ungern alte Versionen wegwerfe, habe ich noch einen zusätzlichen Ordner für die Kopien alter Versuche angelegt angelegt.

Terminal öffnen
mkdir $HOME/MLV-App
mkdir $HOME/MLV-App_backup

Noch ein paar Vorbereitungen

Es wäre schön, wenn wir jetzt schon MLV-App Kompilieren könnten. Dazu müssen wir allerdings erst noch eine Entwicklungsumgebung installieren. Keine Angst, das geht in openSUSE ganz schnell. Wofür haben wir schließlich einen Paketmanager?

openSUSE

Es genügt die Installation von gerade einmal 2 Programmpaketen, um unser Ziel zu erreichen:

  • Yast öffnen und Administrator-Passwort eingeben
  • Auf Software installieren oder löschen klicken
  • libqt5-creator installieren
  • libqt5-qtmultimedia-devel installieren

Kubuntu

Hier brauch ich ein Programmpaket mehr als bei openSUSE. Und der Rest hat andere Namen:

  • Paketmanager öffnen (Muon) und folgende Pakete installieren
  • qtcreator
  • qtmultimedia5-dev
  • qt5-default

Das zusätzliche Paket qt5-default setzt qt5 als default :)) Kubuntu sucht ansonsten nach einem qmake für qt4, findet es nicht und meckert.

MLV-App herunterladen und entpacken

Wir laden das Projekt von der github-Seite als ZIP herunter

02 download MLV_App

Diese ZIP-Datei speichern wir dann in unserem MLV-App Ordner und entpacken sie

ffmpeg

ffmpeg ist ein geniales Tool, um Videodateien zu decodieren, zu encodieren, zu verändern, …   MLV-App verwendet ffmpeg, um MLVs in andere Formate umzuwandeln.

Mit einer neuen openSUSE-Distribution wird ffmpeg zwar mitgeliefert, aber nicht per default installiert. Es ist zwar kein Hexenwerk, den Paketmanager zu öffnen und ffmpeg zu installieren, glücklich wird man mit der installierten Version dann aber dennoch nicht sein.

Aus lizenzenzrechtlichen Gründen liefert openSUSE nämlich nur eine beschränkte Version von ffmpeg aus. In dieser Version sind nicht alle Codecs enthalten, die mit ffmpeg eigentlich bearbeitet werden könnten.

MLV-App benötigt eine Version von ffmpeg, die mehr Codecs enthält. Ein Weg zu dieser „Vollversion“ ist es, eine statische Version des Tools von der ffmpeg-website herunterzuladen.

03 ffmpeg download

Ihr werdet, glaub ich, nicht überrascht sein, wenn ich diese Datei in meinem MLV-App Ordner speichere und dort entpacke.

Mein MLV-App Ordner

So schaut nun der Inhalt meines MLV-App Ordners aus:

04 Ordner MLV-App

Da ist alles drin, was ich brauche.

Nochmal ffmpeg

Hab ich euch schon erzählt, daß MLV-App zum Exportieren ffmpeg aufruft?

Das Problem ist nun, daß ffmpeg ohne genaue Pfadangabe vom Betriebssystem nicht gefunden werden kann. Es sein denn, wir speichern das bin-file von ffmpeg dort, wo das Betriebssystem automatisch nach ausführbaren Dateien sucht.

In Linux gibt es ein paar solche Verzeichnisse. Welche das sind, das kann über die PATH-Umgebungsvariable abgefragt werden:

echo $PATH

Ich wähle für ffmpeg das bin-Verzeichnis im Heimatverzeichnis. Dorthin kopiere ich nun ffmpeg:

05 Kppieren ffmpeg

Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und wir können uns ans Kompilieren machen.

Ein letztes mal ffmpeg

Wir können uns den oben geschilderten ffmpeg-Weg mit dem Herunterladen, Entpacken und Kopieren ins bin-Verzeichnis auch sparen und das ffmpeg von openSUSE verwenden.

Alles was wir dazu benötigen, ist das Packman-Repository, das wir über Yast hinzufügen können. Die ffmpeg-Version in diesem Repository ist die benötigte „Vollversion“.

Einfach auf die ffmpeg-Version im Packman-Repository aktualisieren, zurücklehnen und zur Belohnung eine Flasche Bier aufmachen 🙂

Kompilieren

Die uns als Linux-User interessierende Platform ist die qt-Version von MLV-App. Die finden wir, ihr werdet es schon erahnen, im MLV-App-master Verzeichnis:

platform-qt

Wir wechseln in dieses Verzeichnis, entweder mit Dolphin, wie auf dem Screenshot oben, oder im Terminal:

Also, das Terminal öffnen und dort folgendes eingeben:

cd $HOME/MLV-App/MLV-App-master/platform/qt

Vorsichtshalber bereinigen wir das Verzeichnis von eventuell vorhandenen Kompilierresten:

make clean

Es erfolgt als Vorbereitung ein locker flockiges:

qmake-qt5 (bei openSUSE)
oder
qmake (bei Kubuntu)

Und das eigentliche Kompilieren:

make

Freunde, das war´s!

Ihr könnt das Taschentuch auswringen, mit dem ihr auch den Angstschweiß von der Stirn gewischt habt. Am besten lehnt ihr euch im Sessel wieder genütlich zurück und macht zur Belohnung eine zweite Flasche Bier auf.

Die MLV-App Anwendung

Wenn alles geklappt hat, dann finden wir nun im MLV-App-master/platform/qt-Verzeichnis die Datei mlvapp. So nennt sich MLV_App in Linux. Ein Klick auf auf diese Datei startet die Anwendung.

Wir können übrigens diese mlvapp-Datei nun auf unseren Desktop kopieren, wenn wir wollen.

Und wenn es nicht funktioniert hat?

Dann war wohl etwas falsch und es geht ans Debuggen, also an die Fehlersuche. Ein Hilfsmittel bei dieser Fehlersuche ist der QT-Creator.

Zusammenfassung

Das waren eine Menge Worte. Deshalb nochmal in Kurzfassung der von mir bevorzugte Weg:

Pakete installieren (openSUSE)

  • libqt5-creator
  • libqt5-qtmultimedia-devel
  • ffmpeg (packman-repository)

Pakete installieren (kubuntu)

  • qtcreator
  • qtmultimedia5-dev
  • qt5-default
  • ffmpeg (repository folgt…)

MLV-App Source

  • Download MLV-APP (ZIP)
  • MLV-APP entpacken nach ~/MLV-App

Kompilieren (openSUSE)

  • Wechseln in den Ordner ~/MLV-App/MLV-APP-master/platform/qt
  • make clean
  • qmake-qt5
  • make

Kompilieren (kubuntu)

  • make clean
  • qmake
  • make

 

Viel Spass beim Spielen mit MLV-App!