Das Sternbild Delfin

Lateinisch:Delphinus
Genitiv:Delphini
Kürzel:Del

Sternbild Delfin

Meine Darstellung des Sternbildes Delfin

Links der Kopf, oben die Rückenflosse, rechts der Schwanz. Unverkennbar ein Delfin.

Beobachtungszeitraum

Ganzjährig

Wie finde ich das Sternbild Delfin

Auf der Milchstraße fliegt der Adler. Verläßt man das Sternbild beim Hauptstern Altair, dann kommt man nach kurzer Zeit zum Nachbarsternbild Delfin.

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Geschichte zum Sternbild Delfin

Poseidon und Amphitrite

Poseidon war auf Freiersfüßen. Er wollte heiraten. Seine Auserkorene war Amphitrite.

Die schöne junge Frau war mit den Plänen des Gottes nicht einverstanden. Ihr ging das Werben zu schnell und der Meeresgott war auch nicht unbedingt ihr Typ. Sie widersetzte sich und floh. Am Ende der Welt, dort wo Atlas die Erde auf den Schultern trug, fand sie Zuflucht. Hier saß sie nun, Tag um Tag, und sah dem Spiel der Wellen zu. Hatte sie richtig gehandelt? Hätte sie nicht doch dem Werben nachgeben sollen?

Poseidon war perplex, als Amphitrite das Weite suchte. Er war schließlich ein Gott. Was er sagte, hatte zu geschehen! Er schickte seine fähigsten Späher in alle Himmelsrichtungen aus. Einer von ihnen würde die Frau schon finden.

Ein neuer Tag war angebrochen und Amphitrite betrachtete wieder die Wellen. Da schien es ihr, als würde das regelmäßige Muster des Wassers an einer Stelle unterbrochen werden. Sie sah genauer hin und erblickte einen Delfin, der mit seinem Kopf zu winken schien. „Komm mit“, schien er zu sagen.

Amphitrite sehnte sich zurück in ihre Heimat. Der Delfin war näher gekommen und sie fasste Vertrauen zu dem Tier. Sie steckte ihm ihre Hand entgegen, um ihn zu streicheln. Sie war überzeugt davon, er könne sie nach Hause bringen. Das Mädchen ließ sich ins Wasser gleiten und ergriff die Flosse des Tieres.

In der fernen Heimat sah Poseidon aufs Meer hinaus. Alle seine Späher waren unverrichteter Dinge zurückgekommen. Nur einer fehlte noch. Auf diesen setzte der Gott seine ganze Hoffnung. Er wartete…

Delphinos war der beste Späher Poseidons. In der Gestalt eines Delfins war es ihm gelungen, Amphitrite zu finden und nun waren die beiden auf dem Weg zurück. Amphitrite sah schon die Klippen auf denen der Meeresgott kniete. Sie winkte ihm voller Freude zu. Als Poseidon seine Angebetete rufen hörte, entglitt ihm vor Überraschung der Krug, den er in seinen Händen gehalten hatte. Das Wasser, eigentlich für das Füllen hinter ihm gedacht, plätscherte gemütlich die Klippen hinab ins Meer.

Poseidon hielt Amphitrite in seinen Armen und drückte sie herzlich. Er gab ihr einen Kuss. Und die junge Frau, vor ihrer Flucht noch voller Widerwillen, küsste ihn zurück. Die beiden wurden ein Paar und heirateten.

Als Dank für dessen Einsatz reservierte Poseidon seinem Späher Delphinos einen Platz am Sternenhimmel. Das Sternbild Delfin war geschaffen.

Im Tiergarten

Als Poseidon den Delfin als Sternbild am Himmel etablierte, muß er wohl nicht ganz bei Sinnen gewesen sein. Denn er setzte das Tier aufs offene Land zwischen die Sternbilder Füllen und Pfeil, fernab jeglichen Wassers. So dachte ich immer.

Ich muß wohl meine Aussage revidieren, denn Delfine können sehr wohl im Trockenen existieren. Glaubt ihr nicht? Hier ist der Beweis:

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Diese Aufnahme entstand irgendwann im Jahr 2014. Wenn ich mich recht entsinne, waren hinter den Büschen Wildpferde. Da wird wohl auch ein Füllen dabei gewesen sein.
Und hinter mir, den Hügel hinab, befand sich ein Kiosk. Ich möchte nicht ausschließen, daß man dort Pfeil und Bogen kaufen konnte.

Würde also passen zu dem, was Poseidon hier verbrochen hat: Der Delfin zwischen Füllen und Pfeil… 

Man könnte auch sagen: „Im Nürnberger Tiergarten ist es wie im Himmel…“

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