Messier 1 – Der Krebsnebel

Nur 8,4 Magnituden hell und nicht sehr groß in seiner Ausdehnung von 8 x 4 Bogenminuten, so zeigt sich eines der berühmtesten Objekte am Nachthimmel, der Krebsnebel.

Entgegen seinem Namen finden wir den Krebsnebel nicht etwa im Sternbild Krebs. Nein, seine Heimat ist das Sternbild Stier. 6.500 Lichtjahre von uns entfernt wartet er dort darauf, daß ein geduldiger Beobachter sein Teleskop auspackt und ihn anvisiert.

Dieser Krebsnebel ist der Überrest einer Supernova.

Das interessante an M1 ist, daß man zurückrechnen kann, wann die Supernovaexplosion stattgefunden hat. Und noch interessanter ist es, daß es Dokumente gibt, die beschreiben, daß damals ein Stern am Taghimmel (!) erschienen ist, der um einiges heller war als die leuchtende Venus. Die Geburtsstunde des Krebsnebels war das Jahr 1054.

Im Zentrum des Krebsnebel steht der Sternenrest, der von der Supernovaexplosion übrig geblieben ist, ein Pulsar.

Und nun nun wird es schon wieder interessant. Denn dieser 20 Kilometer große Pulsar stahlt über das beinahe gesamte elektromagnetische Spektrum riesige Energiemengen ab. Dabei dreht er sich 30mal in der Sekunde um sich selbst, was bedeutet, daß er jede 30tel Sekunde aufblitzt. Und dieses Aufblitzen kann man sogar trotz seiner geringen Größe optisch erfassen. Es ist Amateurastronomen gelungen, zu zeigen, wie der Pulsar blitzt. Bei meiner Langzeitbelichtung oben kann man das Blitzen nicht mehr sehen. Da schaut er aus wie ein ganz normaler schwach leuchtender Stern.

Übrigens, so ein Pulsar ist ein Neutronenstern.

Man muß sich einmal vorstellen, was passiert, wenn so ein Stern von vielleicht 10 Sonnenmassen am Ende seines Lebens angelangt ist.

Wäre er um ein paar Sonnenmassen kleiner, würde er über das Stadium eines roten Riesen seine Atmosphäre abstoßen, die man dann als planetarischen Nebel bewundern könnte. Übrig bliebe der Kern des roten Riesen, der als Weißer Zwerg langsam abkühlen würde.

Unser Stern war groß genug, um als Supernova zu explodieren. 9 Sonnenmassen wurden weggeschleudert und können nun als der sich mit 1.500 km/s ausdehnende Krebsnebel bewundert werden. Die restliche eine Sonnenmasse ist im Pulsar vorhanden. 20 Kilometer Durchmesser, so schwer wie unsere Sonne und mit einer wahnsinnigen Rotationsgeschwindigkeit ausgestattet.

Wäre unser Ursprungsstern größer gewesen, also etwa eineinhalb Dutzend Sonnenmassen schwerer, so würde das nach der Supernovaexplosion resultierende Objekt eine solche Gravitation besitzen, daß es selbst das Licht festhalten würde. Damit hätten wir ein Schwarzes Loch.

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