Ein letztes Mal: Komet C/2020 F3 (Neowise)

Macht keinen großen Sinn mehr mit dem Kometen hier an meinem Beobachtungsstandort. Visuell ging gar nichts mehr und im Fernglas war nur ein verwaschener großer Fleck zu sehen. Drum hab ich gestern Abend das Teleskop auf den Kometen gerichtet und ein paar Fotos mit 2 Meter Brennweite gemacht, Richtung knapp links an der Straßenlaterne vorbei :).

Der Kumpel wird merklich dunkler. Nach dem Blick ins Fernglas denke ich, daß die Helligkeit inzwischen unter 5 mag gefallen ist, Tendenz weiter fallend.

Damit verabschiede ich mich vom Kometen mit diesem Bild:

Links am Bildrand ist übrigens der Schatten einer schönen Balkenspiralgalaxis im Sternbild Haar der Berenike zu erkennen: NGC 4314, Helligkeit 10,6 mag.

10 Gedanken zu „Ein letztes Mal: Komet C/2020 F3 (Neowise)

  1. Bewundernswert, Deine Bemühungen! Nun sieht er in der Tat aus, wie jeder gewöhnliche Komet, dem man so mühsam im All hinterherjagen muss, wenn man ihn vor die Linse möchte.
    Also ich bin froh, den auch gesehen und in seinen besten Zeit mit Haarschweif fotografiert zu haben. Der hielt doch die Nation in Atem, war schon toll, das erleben zu dürfen.
    LG von Astrolady100

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  2. Ja es fällt mir noch was ein, NGC 4314 hast Du ja mit aufs Bild bekommen, das ist ja noch mal was! Wo sieht man schon mal einen Kometen neben einer Galaxie?
    Also hat sich Deine Mühe doppelt gelohnt, super! Gratulation.

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    1. Ich muß zugeben, daß mein Instrumentarium leider nicht mehr hergibt bei der geforderten Beobachtungsrichtung. Der fast schon volle Mond und die Umzingelung durch Straßenlaternen tat sein übriges dazu. Da gibt es aktuell noch klasse Bilder vom Kometen, neben denen mein Foto wie ein Anfängerwerk aussieht. Ein Bild mit einer erkennbaren NGC 4314 hab ich aber noch nirgends in den einschlägigen Foren gefunden. Ich hatte aber auch noch nicht richtig Zeit, danach zu suchen 🙂

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  3. Vielen Dank für die interessanten Berichte und Erläuterungen, durch die ich auf den Weg zum Experten für die Erde und das Universum gekommen bin. Nur eines verwundert mich: bei uns ist der Komet zweifelsfrei rechts von der Laterne. Da ist wohl die Parallaxe daran schuld?

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    1. Parallaxe? Nö, ich glaube nicht. Das sollte eher mit dem Längengrad des Beobachtungsstandortes zusammenhängen 🙂
      Die Angaben, die ich mache, gelten für das gefühlte Zentrums Mittelfrankens und damit Bayerns, also eigentlich Deutschlands, genauer gesagt der Erde, was gleichbedeutend ist für das gefühlte Zentrum des bekannten Universums 🙂 Dann kommt da noch Einstein ins Spiel mit seiner Relativitätstheorie. Was also hier im gefühlten Zentrum der bekannten Welt rechts ist, kann relativ dazu gesehen, an einem anderen Ort links sein, sofern man sich nicht mit einer Geschwindigkeit nahe der der Lichtes bewegt.
      Alles ist relativ … 🙂

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  4. Diese Überlegungen überzeugen: die zum Zentrum des Universums brauchen nicht groß bewiesen zu werden, da sie unmittelbar evident sind. Dafür, daß ich selten auch nur annähernd die Lichtgeschwindigkeit erreiche, gibt es sogar einen empirischen Beweis: meine Frau („Könntest du nicht mal ein bißchen schneller schleichen?“). Nur die Möglichkeit eines kurzfristig aufgeploppten Paralleluniversums möchte ich, rein theoretisch, noch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen.

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    1. Ein kurzfristig aufploppendes Paralleluniversum würde ich jetzt eher als unwahrscheinlich erachten. Denn das würde einen temporär auftretenden Riss im Raum-Zeit-Gefüge voraussetzen, der meines Wissens im von uns erfassbaren Raum noch nicht beobachtet wurde. Andererseits, völlig ausschließen möchte ich ein solches Ereignis auch nicht. Ich muß mal meine beiden Freunde von Alpha Centauri fragen, die uns vor ein paar Jahren besucht haben. Die kommen mehr herum als ich. Vielleicht haben sie irgendwelche Fakten über Paralleluniversen in der Hinterhand…
      Den Besuch der beiden Außerirdischen hab ich übrigens domumentiert in einer Geschichte aus meinem Bärentheater in sechs Aufzügen: https://sternenkarten.com/2016/10/29/aus-dem-baerentheater-neues-vom-osterhasen/
      Edgar

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  5. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den Plot des Stückes in der Kürze der Zeit schon angemessen verarbeitet habe, möchte aber hilfsweise, da leichter zu erreichen als die Centauren, Giordano Bruno als zusätzlichen Zeugen aufrufen. Für ihn ist nämlich die Idee von der „kosmischen Vielheit der Welten das notwendige Korrelat eines auf unendliche Weise unendlichen Prinzips, das sich in seiner Selbstverschwendung manifestiert.“ Dies vorausgesetzt, könnte man die Frage nach dem Riß im Raum-Zeitgefüge mal vorerst offen und mir meine rechtsdrehende Laterne in Frieden stehen lassen!

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    1. Giordano Bruno versuchte, die Welt des Unendlichen mit der Macht seiner Gedanken zu erreichen. Gallilei, der auch um diese Zeit herum gelebt haben dürfte, war da wohl etwas praktischer veranlagt und holte das Ferne mit Hilfe eines Teleskops in sein „Wohnzimmer“. Nun, ungeachtet dessen, wieviel Wahrheit in den Erkenntnissen der beiden Protagonisten auch steckte, sie war in gewissen Kreisen nicht gewollt, was sich nicht gerade positiv auf unsere beiden Freunde auswirkte.
      Dennoch denke ich, daß wir hier zu einem Konsens gekommen sind. Du darfst deine rechtsdrehende Laterne behalten, dafür lasse ich den Riss im Raum-Zeit-Gefüge noch ein wenig offen.
      Mit den besten Grüßen aus Mittelfranken
      Der Edgar

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  6. Ich danke dir für die anregenden Beiträge (und die faszinierenden Blicke in den Weltraum) und dafür, daß man an unserem Beispiel sehen kann, daß man die Kluft zwischen den Wissenschaften durchaus vermindern kann, vorausgesetzt, man geht das Problem mit dem nötigen Ernst an.

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