T minus Null – Lift Off!

13. August 2018 – 1 Uhr. Die Nacht der Perseiden…

Die Geisterstunde war vorbei, der Himmel klar. Kein Mondlicht störte und die Straßenlaternen hatten pünktlich abgeschaltet. Dafür schien es, als wolle die Gartenleuchte eines Nachbarn einer Supernova Konkurrenz machen! Egal, die Garage würde das störende Licht abschatten.

Ich stellte das Stativ vor dem Tomatenbeet auf.

Die Kamera hatte ich vorher am Planeten Mars scharf gestellt. Liveview – 10fache Vergrößerung – HDMI-Field-Monitor angeschlossen – Mars auf kleinsten Durchmesser eingestellt. Ist gar nicht so einfach, Nachts mit einem 8mm Fischeye-Objektiv zu fokussieren.

Nun zeigte die Kamera senkrecht nach oben, eingestellt mit der im Kugelkopf integrierten Kreuzwasserwage.

Ich hatte beschlossen, den ISO-Wert nicht auf 6400 zu erhöhen, sondern blieb bei den ISO3200 von gestern. Belichtungszeit 30 Sekunden mit Spiegelvorauslösung. Offenblende f/3,5. Den Intervalometer in der EOS 6D hatte ich auf Dauerfeuer ohne Ende gestellt. Am Hauseingangslicht hatte ich die Birne rausgedreht, nun schaltete ich auch das Garagenlicht aus. Los ging es. Ich startete die Aufnahme mit dem Funkfernauslöser und machte mich vom Acker.

Die Kamera würde in den nächsten Stunden alleine arbeiten. So ging ich ums Haus herum und öffnete mir eine Flasche Bier. Hier konnte ich den Himmel prima beobachten. Und tatsächlich, immer wieder zischte eine Sternschnuppe über den Himmel.

Die meisten Sternschnuppen leuchteten nur kurz wie ein Wimpernschlag auf, unscheinbar und dunkel. Dann gab es aber welche, die heller waren und eine nachleuchtende Spur hinter sich her zogen. Die machten Appetit auf mehr.

In der Presse wird gerne eine Sternschnuppenrate von 100 bis 120 Stück pro Stunde propagiert. Diese Aussage halte ich für ein Gerücht, da werden wohl die Sternschnuppen mitgezählt, die nicht sichtbar sind, da sie erst unter dem Horizont auftauchen. Wenn´s hoch kommt, hab ich in den 2 Stunden vielleicht 20 Sternschnuppen gesehen. Helle waren es nur drei oder vier.

Dennoch, so eine Sternenschnuppe am Himmel ist schon ein beeindruckender Anblick, den man in einem Foto so gar nicht wiedergeben kann.

Vor Jahren hab ich einmal eine Feuerkugel gesehen, die den Garten so hell machte, daß die Obstbäume scharfe Schatten warfen. Damals zeigte mein Teleskop leider in eine andere Richtung. Heute hatte ich fotografisch den kompletten Himmel im Blickfeld. leider war heute keine Feuerkugel dabei.

Ich zeig hier mal vorab eine schöne Sternenschnuppe aus den Perseiden im Crop. Das Bild ist nur geschnitten, ansonsten unbearbeitet. Rauchen und tote Pixel sind noch drin, was aber hier kein Problem sein sollte.

Sternenschnuppe-Vorab-Crop

Die Gesamtversion mit vielen anderen Sternschnuppen drin ist in Arbeit, wird aber noch etwas dauern. Morgen muß ich nämlich wieder in die Arbeit. Um sieben Uhr muß ich dort auf der Matte stehen. Das waren dann heute Nacht, wenn ich das hochrechne, genau 2 Stunden Schlaf. Kein Wunder, wenn ich nun etwas müde bin 🙂

4 Gedanken zu „T minus Null – Lift Off!

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