Sonnenfleck 12765

Anfang Juni war ein sehr schöner Sonnenfleck zu sehen, der Ausdauer hatte und nicht gleich wieder verschwunden war. Den wollte ich mit dem 10 Zoll RC fotografieren, hatte aber für das Teleskop noch keinen Sonnenfilter.

Also bastelte ich auf die Schnelle aus eine alten Lampengehäuse, aus etwas schwarzem Karton und aus Baader-Astrosolar-Folie einen Weißlichtfilter, der verhindern sollte, das der Sensor der Kamera rückstandslos verdampft, wenn ich das Teleskop auf die Sonne richte.

So ein Teil hatte ich vor ein paar Jahren schon für das kleine MAK-Teleskop gebastelt, wollte diesmal aber der Sonne mit 2 Meter Brennweite auf die Pelle rücken. Ich wollte nämlich neben dem Sonnenfleck auch die Granulation aufnehmen und dafür war das kleine MAK dann doch etwas zu schwach auf der Brust.

Zwischen Wolken war immer wieder die Sonne zusehen, auch wenn sie zum Teil etwas verschleiert aussah. Und es kam Wind auf. Das angekündigte Schlechtwetter schien mit Gewalt kommen zu wollen. Miserable Bedingungen also. Dennoch startete ich die Aufnahmen.

Auf dem Monitor sah ich die Sonne hin- und herwackeln. Der starke Wind war trotz des Betonsockels deutlich im Bild zu bemerken. Und das Seeing war unterirdisch schlecht. Es war aber keine Option, die Aufnahmen auf einen anderen Tag zu verschieben, denn bei dem angekündigten Regen würde das Ergebnis eher unbefriedigend sein. Zudem würde es nur noch ein paar Tage dauern, und der Sonnenfleck würde durch die Rotation der Sonne aus dem Sichtfeld verschwunden sein.

Also, Augen zu und durch! Hier das Ergebnis

Und hier noch ein Crop auf den Sonnenfleck

Die Granulation war nicht richtig zu fassen. Das Gewabere auf dem Bild zeigt zwar die Granulation andeutungsweise, stellt aber nicht das wahre Geschehen auf der Sonnenoberfläche dar.

Eigentlich sollten die Blubberblasen der Granulation, die im Durchnitt eine Lebensdauer von nur einer Viertelstunde haben, klar strukturiert zu sehen sein und eine Größe von ein bis zwei zwei Bogensekunden haben (Halb so groß etwa wie das dunkle Innere des Sonnenflecks). Das Teleskop würde diese Auflösung auch hergeben, das herrschende Seeing aber nicht. So ist nur ein verschwommenes Abbild der Granulation zu erahnen.

Naja, irgendwann kommt der nächste Sonnenfleck bei besseren Sichtbedingungen. Und dann geht es der Granulation an den Kragen 🙂

2 Gedanken zu „Sonnenfleck 12765

  1. Na endlich gibt es wieder Sonnenflecken, das Wetter soll ja damit korrelieren. Schon interessant, dass wir nach dem Durchschreiten den Minimums nun mit Auftreten neuer Flecken endlich ausreichend Regen haben und kein Wort mehr von Klimaerwärmung. Vielleicht steht uns ja mit der nächsten 11 jährigen Periode eine kleine Eiszeit bevor? Warten wir es ab. Auf jeden Fall toller Einfall mit dem Filter und super Aufnamhe!!!
    LG von Astrolady100

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    1. Sonnenflecken, die dem neuen Zyklus zugeschrieben werden, gibt es schon eine Zeitlang. Nur hatte ich das Sonnenfilter fürs große Teleskop noch nicht gebastelt.
      Ich glaub ja nicht, daß unser Klima sehr viel mit dem Sonnenfleckenzyklus zu tun hat.. Und den Regen, den hatten wir bitter nötig.
      Also, meine Wassertonnen sind wieder randvoll und der Sonnenfilter ist fertig. Auf zu neuen Taten 🙂

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