Einmal Mars mit Hindernissen

Gestern Nacht hab ich mich mal wieder in meiner Sternwarte herumgetrieben. Das Ziel war es, die Kollimation des RC-Teleskops zu überprüfen, bei dem ich die Abstände von Haupt- und Fangspiegel geändert hatte (Korrektur von sphärischer Aberration). Schaut schon ganz gut aus, obwohl ich da wohl noch zu zögerlich an die Stellschrauben herangegangen bin. Ist immer noch eine Überkorrektur vorhanden. Da geh ich dann nochmal ran, demnächst in diesem Theater.

Durch das Verschieben der Spiegel vergrößerte sich auch die Brennweite des Teleskops ein wenig. Firecapture sagt mir, daß ich nun 2240mm Brennweite anstelle der üblichen 2000mm habe. Das muß ich aber erst noch einmal genau ausrechnen.

Zum Abschluß wollte ich dann den Planeten Mars aufnehmen, der sich im Moment ziemlich nah an der Erde befindet und deshalb einigermaßen groß erscheint.

Gerade also ich mit der Überprüfung der Teleskopjustierung fertig war und das Ronchi-Okular gegen die Kamera getauscht hatte, zogen Wolken auf. Nicht so schlimm, dachte ich mir. Die würden wohl nach Mitternacht verschwunden sein.

Als ich dann zur Geisterstunde wieder rausging, waren die Wolken tatsächlich zum großen Teil verschwunden. Das Teleskop war inzwischen auch schön ausgekühlt, ganz so, wie es sein soll.

Ich montierte den 3fach-Konverter an die Kamera, was eine resultierende Brennweite von etwas über sechseinhalb Metern ergab. Kamera, Filterrad, Montierung und Motorfokus eingeschaltet, aber oh Schreck, nichts war zu sehen auf dem Monitor.

Ein kurzer Blick vorne in Teleskop rein zeigte mir den Übeltäter. Der Fangspiegel war komplett zugetaut. Kein Wunder, wenn da kein Licht bis zur Kamera durchdrang. Ich schaltete die Ventilatoren des Teleskops ein und konnte nach einer halbe Stunde Wartzeit einen enttauten Fangspiegel vermelden.

Inzwischen hatten sich Planeten und Sterne wieder hinter mittelhohen Wolken versteckt. Ein Blick in den Wetterbericht sagte mir, daß ich noch einmal eineinhalb Stunden würde warten dürfen.

Um Halbdrei in der Früh war der Himmel tatsächlich klar geworden bis auf einige Restwolkenfetzen. Also, neuer Versuch. Und wieder, nichts war zu sehen auf dem Monitor. Der Fangspiegel war erneut zu. Diesmal holte ich den Heißluftfön aus dem Keller, regelte seine Temperatur herunter und bearbeitete damit das Innere des Teleskops. Nach kurzer Zeit war der Tau weg und die Spiegel konnten das tun, für was sie geschaffen waren.

So entstand mein Marsbild.

Das Bild ist ein LRGB-Komposit, 5000 Frames pro Kanal davon jeweils die besten 5% mit autostakkert gestapelt. Das Zusammenführen der Kanäle erfolgte mit Pixinsight, ebenso die erste Schärfung. Für die Nachbearbeitung setzte ich darktable ein.

Leider war das Seeing grottenmäßig schlecht. Die Sterne funkelten miteinander um die Wette und der Planet hüpfte auf dem Sensor wild hin und her.

Mal schaun, ob in den nächsten Tagen das Weltraumwetter besser wir, damit ich einen neuen Versuch am Planet Mars starten kann,

2 Gedanken zu „Einmal Mars mit Hindernissen

  1. Das mit dem Seeing kann ich bestätigen. Es war eine zu starke Turbulenz da oben aus SSW. Transparenz irre gut, doch seeing grottenschlecht. Wenn die Sterne funkeln kannste alles vergessen.
    Da hast du dir aber so grosse Mühe gegeben! Morgen Abend gibt es vielleicht ne Chance durch Wolkenlücken, ich halt mich auch dran, wünsche dir viel Glück, doch es wird leider wieder Turbulenzen geben, es zieht halt wieder ne Kaltfront durch.
    LG von Astrolady100

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