Pluto, der verlorene Planet

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als unser Sonnensystem aus neun Planeten bestand. Der Merkspruch, mit dem man sich die Reihenfolge der Planeten merken konnte, lautete: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“. Die Anfangsbuchstaben der Wörter dieses Merkspruchs waren auch die Anfangsbuchstaben der Planeten, beginnend beim sonnennächsten Planeten:

Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto

Der äußerste der Planeten war Pluto, ein kleiner unscheinbarer Punkt mit einem Durchmesser von knapp 2.400 km, also tausend Kilometer kleiner als unser Mond. Pluto, der erst 1930 entdeckt wurde, hat eine sehr exzentrische Umlaufbahn. Am sonnennächsten Punkt kommt er uns näher als Neptun. Das Licht von ihm erreicht uns erst nach 4 Stunden. Am sonnenfernsten Punkt seiner Umlaufbahn braucht der Lichtstrahl schon mehr als 7 Stunden, um zu uns zu gelangen.

Irgendwann entdeckte man dann andere Objekte außerhalb der Neptunbahn, dort wo Pluto seinen Bahnen zieht. Man nannte diesen Bereich am Rande des Sonnensystems „Kuipergürtel“. Im Jahr 2005 wurde mit Eris ein Asteroid entdeckt, der nur wenig kleiner als Pluto war. Pluto hatte sein Alleinstellungsmerkmal in dieser Gegend verloren, der Begriff Planet mußte neu definiert werden.

2006 degradierte die Internationale Astronomischen Union Pluto zum Zwergplaneten und das Sonnensystem bestand nur noch aus 8 hauptamtlichen Planeten.

Pluto benötigt für einen Umlauf um die Sonne 248 Jahre. Das bedeutet, 1 Plutojahr entspricht 248 Erdjahren. Im Moment bewegt er sich von der Sonne weg und wird dabei immer dunkler. Also, wenn man Pluto fotografieren will, dann am besten jetzt, denn heller wird er in den nächsten hundert Jahren nicht werden.

Auf meinem Bild befindet sich Pluto zwischen den Sternbildern Steinbock und Schütze und ist 14,3 mag hell.

7 Gedanken zu „Pluto, der verlorene Planet

    1. Globalisierung pur. Ist schon erstaunlich, was da an Kilometern zusammenkommt. Diese Zahlen relativieren sich allerdings, wenn es um die tatsächlich zurückgelegten Kilometer der Flieger geht, sprich um das, was an Sprit durch die Maschinen gejagt wird.

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      1. Das mit den Mikroben möchte ich jetzt aber nicht unterschreiben 😉

        Vor 45 Jahren machten sich nämlich die beiden Voyager-Raumsonden auf den Weg, das Sonnensystem zu erkunden. Inzwischen sind die beiden im interstellaren Raum angekommen, der bei der 4fachen Entfernung Sonne – Neptun beginnt.

        Ich bin mir fast sicher, daß sich die ein oder andere Mikrobe beim Start an den Sonden festgekrallt hat und nun als blinder Passagier eine Weltreise macht …

        Ich traue diesen Viechern alles zu 😎

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