Messier 105 im Sternbild Löwe

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“
So beginnt jede Folge der legendären Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“.

„Unendliche Weiten!“ Wie weit sehen wir denn nun wirklich, wenn wir in einer klaren Nacht die Sterne betrachten?. Nun ja, manch einer mag nun enttäuscht sein, aber die kleinen Laternen da oben am am Nachthimmel haben ihre Heimat alle in unserer Milchstraße.

„Und die Galaxien?“ Wenn es so richtig dunkel ist, können wir vielleicht denn einen oder anderen Nebelfleck dort oben erkennen. Galaxien, oder? Da muß ich euch schon wieder enttäuschen. Diese Nebelflecken sind auch alle in unserer Milchstraße zu Hause. Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen, Emissions- bzw. Refexionsnebel. Die wohnen alle in der Milchstraße.

„Alle?“ Eine Ausnahme gibt es, nämlich den Andromedanebel. Der ist zweieinhalb Millionen Lichtjahre weit weg und eine Sterneninsel ähnlich unserer Milchstraße. Unser galaktischer Nachbar sozusagen.

Wenn wir Hilfsmittel wie ein Fernglas oder ein Teleskop benutzen, können wir viele solcher Sterneninseln finden, wenn wir wissen, wo wir sie suchen sollen.

Charles Messier bezeichnete diese Nebelflecken als nebelartige Objekte. Und für ihn waren es in der Tat nur Flecken, selbst durch sein Teleskop betrachtet. Er notierte sich von einigen dieser Objekte die Position und Form, um sie von Kometen unterscheiden zu können, an denen er forschte. So entstand der heute weltberühmte Messier-Katalog, veröffentlicht im Jahre 1771 mit 45 Objekten und erweitert bis zum Jahre 1784 auf 103 Objekte (heute enthält er 110 Einträge).

Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts hielt man diese Nebel noch für Mitglieder unserer Milchstraße. Und für viele von ihnen stimmt das ja auch. Für viele, aber eben nicht für alle!

In der Nacht vom 5. zum 6. Oktober 1923 belichtete Edwin Hubble am großen Spiegel im Mount Wilson Observatorium eine Fotoplatte mit der Andromedagalaxie und entdeckte dabei einen variablen Stern, einen sogenannten Cepheiden. Mit Hilfe dieser Entdeckung konnte später die Entfernung zum Andromedanebel bestimmt werden. Hubble konnte zeigen, daß der Andromedanebel weit außerhalb unserer Milchstraße lag und eine Galaxie sein mußte.

Hubble identifizierte viele andere Objekte als Galaxien und schuf, um Ordnung in die Sache zu bekommen, ein Schema, diese Galaxien zu klassifizieren. Er unterschied dabei im Wesentlichen zwischen drei verschieden Galaxietypen, den elliptischen Galaxien, den lentikulären (linsenförmigen) Galaxien und den Spiralgalaxien (reguläre Spiralen und Balkenspiralen). Alles was nicht in eine dieser Klassen passte, wurde als irreguläre Galaxie bezeichnet.

Im folgenden Bild hab ich diese drei Galaxietpyen alle in einem Bild versammelt:

Rechts im Bild ist M 105, eine 9,7 Magnituden helle elliptische Galaxie, 31 Millionen Lichtjahre weit weg.

Die Galaxie in der Bildmitte ist NGC 3384, eine linsenförmige Galaxie, 10 Magnituden hell und 26 Millionen Lichtjahre weit weg.

Die Spiralgalaxie links heißt NGC 3389 und befindet sich mit einer Entfernung von 80 Millionen Lichtjahren weit hinter den beiden anderen Galaxien. Ihre Helligkeit beträgt nur 12,8 Magnituden.

Die drei Galaxien befinden sich allesamt im Sternbild Löwe.

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