Eine Nova im Sternbild Kassiopeia

Am 18. März diesen Jahres wurde im Sternbild Kassiopeia eine Nova entdeckt. Bei der Entdeckung hatte sie eine scheinbare Helligkeit von etwa zehneinhalb Magnituden. Sie nahm schnell an Helligkeit bis auf etwa 8 mag zu und hält diese Helligkeit bis heute.

Es war, glaub ich, die erste Nova in diesem Jahr im Sternbild Kassiopeia. Deshalb wurde sie zu Beginn mit dem Namen Nova Cassiopeiae 2021 gehandelt. Es dauerte aber keine zwei Tage, bis sie ihren endgültigen Namen erhielt:

V1405 Cas

Die Nova ist in der Nähe des Sternhaufens M52 zu finden. Hier geht es zu einem Übersichtsbild aus meinen kleinen Sternenkarten: Nova

Messier 52 befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen Kassiopeia und Kepheus. Ich hab übrigens in größter Vergrößerung auf den Rohbildern der entsprechenden Sternenkarte nach der Nova gesucht. Da ist sie noch nicht zu finden.

Acht Magnituden scheinbare Helligkeit bedeuten, daß das Teil mit bloßen Auge nicht zu finden ist. Mit einem Fernglas oder sogar einem Teleskop ist die Nova aber leicht zu entdecken, auch wenn Kassiopeia im Moment ziemlich tief am Himmel steht.

Ich hab mir den Spass gegönnt und die neu erschienene Nova von meiner Sternwarte aus mit dem kleinen Guiding-Refraktor bei einer Brennweite von 420mm zu fotografieren:

Die etwas dichtere Sternansammlung Im linken oberen Drittel des Bildes, das ist M 52. Weiter unten der rötliche Fleck ist der Blasen-Nebel, auch Bubble Nebula genannt. Zur Verdeutlichung das Bild mit Beschriftung

Hier hab ich auch die Nova eingezeichnet. Durch Vergleich mit anderen Sternen in der Gegend, deren Helligkeit bekannt ist, kann ich die 8 Magnituden bestätigen.

Da stellt sich nun die Frage, was ist das eigentlich, so eine Nova?

Nun, früher als schon Astronomie-begeistertes Kind ging ich davon aus, eine Nova wäre ein neuer Stern, der frisch am Himmel aufgeflammt ist. Nun, das stimmt so nicht.

Eine Nova kann in einem Doppelsternsystem entstehen. Einer der Sterne ist ein Weißer Zwerg, also ein nach einer Supernova-Explosion langsam erkaltender Sternenrest von etwa Erdgröße. Der andere Stern ist typischerweise ein roter Riese, also ein Stern dessen Leben langsam dem Ende entgegen geht und der nicht mehr ganz so stabil ist.

Der Rote Riese verliert Wasserstoff, der vom Weißen Zwerg angezogen wird. Je mehr Wasserstoff der Kumpel anzieht, umso wärmer wird das Gas in seiner Atmosphäre. Wärmer und immer wärmer, bis es zu brennen beginnt. Die Hitze steigt immer weiter, bis eine die thermonukleare Zündung beginnt. Mit großer Wucht wird die heiße Atmosphäre davongeschleudert.

Das ist ein wenig zu vergleichen mit einer Wasserstoffbombe. Zündet man die, gibt es einen großen Kawumm!

Was nun mit unserem armen Weißen Zwerg geschieht, hängt davon ab, wieviel von dem Wasserstoff er sich einverleiben konnte. War es zuviel, dann bekommt er kräftige Magenschmerzen und es zerreisst ihn. Zündet die Fusion aber schon, bevor er Bauchweh hatte, fliegt seine Atmosphäre mit der Explosion davon und verfüchtigt sich (vielleicht in einen planetaren Nebel?). Danach wartet der Weiße Zwerg, bis er von seinem Kollegen, dem Roten Riesen, wieder etwas zu essen bekommt.

Übrigens, unsere Sonne wird einmal zu einem Zwerg werden, nachdem sie in einer Supernova-Explosion alles „Überflüssige“ abgestossen hat.

Ein Gedanke zu „Eine Nova im Sternbild Kassiopeia

  1. Super Bild! Die ist ganz schön hell und hat sich mit M42 und dem Bubble Nebula tolle Nachbarn.

    Üblicherweise bilden Nova tatsächlich einen Nebel, die unterschiedlich groß sein können, je nach Entfernung und je nachdem wie viel Zeit vergangen ist. Nova Persei 1901 hat einen besonders großen Nebel, da der Nebel über 100 Jahre Zeit hatte um zu wachsen.

    Mein artikel und Bilder:
    https://melinasworldblog.wordpress.com/2020/09/23/nova-persei-1901/

    Nova Puppis 2000 hat auch einen Nebel, der 2013-2015 vom Hubble aufgenommen wurde. Ist entsprechend klein.

    Gif mit Hubble Bildern der Nova Puppis 2000:

    Diese Nebel sind glaube ich nur für relativ kurze Zeit von ein bis zweihundert Jahren zu sehen und werden deswegen nicht zu den planetaren Nebeln gezählt. Im Englischen werden sie einfach als „outflows“ bezeichnet.

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